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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. November 2017

Gottfried-Fuchs-Preis: Jugendliche als Vorbilder

MENSCHLICHKEIT WÜRDIGEN: Bürgermeister Obert, Julius Hirschs Enkel Andreas, Fuchs-Enkelin Andrea Knight mit Ur-Enkel Jake Gottfried Heller, OB Mentrup, und Fuchs-Enkel Julian Heller. Foto: Fränkle

MENSCHLICHKEIT WÜRDIGEN: Bürgermeister Obert, Julius Hirschs Enkel Andreas, Fuchs-Enkelin Andrea Knight mit Ur-Enkel Jake Gottfried Heller, OB Mentrup, und Fuchs-Enkel Julian Heller. Foto: Fränkle

 

Fußballverbände setzen Zeichen gegen Ausgrenzung

Neben seinem Vereinskameraden Julius Hirsch aus der Meistermannschaft des Karlsruher FV (KFV) von 1910 war Gottfried Fuchs der einzige deutsche Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. In sechs Länderspielen erzielte er 14 Tore, wobei er mit seinen zehn Treffern zum 16:0 Sieg gegen Russland bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm bis heute den Einzelrekord der in einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft geschossenen Tore hält.

Damit nicht nur diese Zahlen für die Ewigkeit festgehalten bleiben, haben die drei baden-württembergischen Fußballverbände den Jugendpreis Gottfried Fuchs ins Leben gerufen, um an das Schicksal des Menschen zu erinnern. Unter dem nationalsozialistischen Regime verfolgt, konnte er sich mit seiner Familie durch Flucht nach Kanada retten.

„Unser Großvater stand für Fair Play, und es gibt nichts Wichtigeres als immer wieder darüber zu sprechen“, betonte die Enkelin von Fuchs, Andrea Knight, die zusammen mit ihrem Cousin Julian Heller und dessen Sohn Jake Gottfried zur ersten Preisverleihung ins Karlsruher Rathaus gekommen war. Bürgermeister Michael Obert dankte auch als KFV-Vorsitzender den Verbänden, dass sie sich mit dem Preis der Vergangenheit und der Zukunft stellen. „Sehr betrübt“ zeigte sich Obert, wie es „dazu gekommen ist und was in der Aufarbeitung der Nazizeit in der Nachkriegszeit noch passierte“.

Angesichts der politischen Entwicklungen in Deutschland sei das Thema des Jugendpreises aktueller denn je, betonten die Vertreter der drei Fußballverbände. Zur erstmaligen Verleihung des mit 10.500 Euro dotierten Preises waren 16 Bewerbungen von Jugendabteilungen und -mannschaften eingegangen, die sich allein oder in Kooperation mit Schulen für Menschlichkeit und Toleranz sowie gegen Rassismus und Antisemitismus einsetzen. Den ersten Platz und damit 6.000 Euro erreichte das gemeinsam vom VfB Bretten und vom Brettener Edith-Stein-Gymnasium ausgerichtete Hallenfußballturnier um den Gott-fried-Fuchs-Cup mit Vorbereitungsprogramm für Geflüchtete. Den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Platz belegte der 1. FC Heidenheim, Platz 3 und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro gehen an den FV Baden-Oos. –fis-

 
 

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