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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. November 2017

Jugendhilfeausschuss: Plädoyer für Kita-Ausbau

Mindestens 1.000 Plätze fehlen

Etliche Punkte standen kürzlich auf der Agenda des Jugendhilfeausschusses. Unter Leitung von Bürgermeister Martin Lenz wurden Themen wie Inklusion an Schülerhorten, neues Raumprogramm und Ausbau der Kita-Plätze, die Aufnahme neuer Kita-Projekte in die Planung und Entwicklungen in der Suchtprävention erörtert.

Auf der Prioritätenliste oben stand der Kita-Ausbau, der auf breite Zustimmung stieß. Hintergrund: Es fehlen mindestens 1000 Betreuungsplätze für Kinder im Vorschulalter. Perspektiven für Handeln zeigt ein Prognosebricht der Kinder- und Jugendhilfeplanung. „Vor allem im Plangebiet Nord und West rechnen wir mit einem starken Zuwachs. Den höchsten Fehlbedarf haben wir in Mitte“, sagte die städtische Kita-Planerin Mirja Kinnunen. Auffällig sei, dass Karlsruhe mit zehn Prozent Kitas in städtischer Trägerschaft deutlich unter dem Landesdurchschnitt liege. Künftig soll der Anteil städtischer Kitas auf 20 Prozent steigen.

„Karlsruhe als kinderfreundliche Stadt braucht dringend neue Kita-Plätze, gerade jetzt wo neue Baugebiete ausgewiesen werden“, betonte Renate Rastätter (GRÜNE). Dass Zahl und Qualität der Einrichtungen stetig verbessert werden müsse, dafür plädierte Yvette Melchien (SPD): „Im Fokus steht die Entlastung der Träger und der Eltern.“ Bettina Meier-Augenstein (CDU) meinte: „Wir müssen auf diesem Sektor dringend Gas geben.“ Sie warnte davor, schlicht Schülerhorte zu schließen und dafür Kitas zu implementieren. Für eine Bündelung der Kräfte städtischer und freier Träger votierte Gustav Holzwarth (AWO). „Wir müssen gerade die freien Träger stärker unterstützen“, sagte Eduardo Mosutto (GfK). Von einer „komplexen Lage“ sprach Sozialdezernent Lenz. „Wichtig ist die Balance. Ohne das Netzwerk der freien Träger geht es nicht. Entscheidend ist, dass wir alle an einem Strang ziehen.“ Ein Problem sei ferner der Fachkräftemangel.

Einstimmig angenommen wurden das Institut für transkulturelle Lösungen als Träger der freien Jugendhilfe, die Aufnahme neuer Kita-Projekte in die Bedarfsplanung und die Änderung der Förderrichtlinie zur Inklusion an Schülerhorten. Ferner wurden das Konzept des queeren Jugendzentrums „La Vie“ sowie Resultate der Jugendkonferenz vorgestellt.

Weiteres Thema war die Suchtprävention. Alexandra Kowaschik (Drogenberatungsstelle) berichtete über Projekte wie pädagogische Arbeit in Schulklassen mit Ex-Usern, Präventionsfilme oder Jugendschutzteams. Fünfmal so hohe Fallzahlen beim Alkoholmiss-brauch von Jugendlichen habe es zuletzt beim Umzug in Durlach gegeben. „Das beste Mittel gegen Sucht ist ein funktionierendes soziales Netz“, so Erik Wohlfeil (KULT). Dass Erwachsene stärker Vorbild sein müssen, meinte Niko Fostiropoulos (Linke) – „da ist viel Doppelmoral im Spiel”. -voko-

 
 

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