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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. November 2017

Technisches Rathaus: Dolomit veredelt neue Haut

NACHHALTIGES PRUNKSTÜCK: Die neue Fassade, für die 155 Tonnen von 170 Millionen Jahre altem Dolomitgestein verbaut wurden, prägt das sanierte Technische Rathaus an der Lammstraße. Foto: Fränkle

NACHHALTIGES PRUNKSTÜCK: Die neue Fassade, für die 155 Tonnen von 170 Millionen Jahre altem Dolomitgestein verbaut wurden, prägt das sanierte Technische Rathaus an der Lammstraße. Foto: Fränkle

ÜBERGABE: Die Architekten Burkhard Meyer (l.) und Manfred Piribauer (K9, r.) mit OB Mentrup und Norbert van Eickels (BZKA,  2. v. l). Foto: Fränkle

ÜBERGABE: Die Architekten Burkhard Meyer (l.) und Manfred Piribauer (K9, r.) mit OB Mentrup und Norbert van Eickels (BZKA, 2. v. l). Foto: Fränkle

 

Gebäude und Kantine saniert

Das Technische Rathaus an der Lammstraße ist samt Kantine saniert. Als äußeres Merkmal glänzt jetzt eine Natursteinfassade. Die neue Haut aus Dolomit und raumhohen Fenstern verwandelt den Skelettbau aus den Sechzigern in ein würdevolles Pendant zur neoklassizistischen Karstadt-Fassade und wertet den Straßenraum auf.

Die grundlegende Sanierung, die nach eineinhalbjähriger Bauzeit abgeschlossen ist, hatte der zuvor desolate Zustand von Fassade und Kantine erfordert. Die vorherige, 50 Jahre alte Glas-Aluminiumfassade des Technischen Rathauses war undicht und unzulänglich in Sachen Wärmeschutz gewesen. Kantine und Küche im sechsten und fünften Obergeschoss hatten erhebliche Defizite bei Brandschutz, Hygiene und Ausstattung. Bei der umfangreichen Modernisierung, die nach Planungen des Büros K9 Architekten aus Freiburg erfolgte, wurden neben der Fassade auch die veraltete Haustechnik, Toiletten und Teeküchen sowie sämtliche Oberflächen in Büros und Fluren des siebenstöckigen Gebäudes auf den neuesten Stand gebracht. In der Bauzeit mussten an die 120 Beschäftigte in Ausweichquartiere umziehen. Das Bauordnungsamt wechselte dauerhaft an den Rondellplatz, 35 Mitarbeiter des Stadtplanungs- und 30 des Tiefbauamts waren zwischenzeitlich in angemieteten Flächen ausgelagert oder verteilten sich im Restgebäude.

Jetzt sind alle Mitarbeiter von Stadtplanungs- und Tiefbauamt wieder an ihrem Platz, für das abgewanderte Bauordnungsamt zog das Rechnungsprüfungsamt in das sanierte Gebäude, das im sechsten OG den städtischen Beschäftigten nun einen besonderen Genuss bietet. Dort ist die wie die sanierte Küche nach Plänen des Karlsruher Büros Burkhard Meyer geschaffene neue Karlskantine untergebracht. Die ist wegen des Rundumblicks über die Innenstadt und des vielfältigen Angebots an qualitätsvollen Speisen „ein besonderes Sahnehäubchen der Sanierung und ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitern“, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei der Übergabe von modernisiertem Technischen Rathaus und Kantine an die Nutzer. Betreiber der biozertifizierten Kantine mit 152 Innen- und 44 Außensitzplätzen auf einer überdachten Terrasse ist das Beschäftigungszentrum Karlsruhe (BZKA). Die BZKA gGmbH, die auch die Kantine im Landratsamt bewirtschaftet, bringt als Tochterunternehmen der Lebenshilfe Karlsruhe in einem inklusiven Beschäftigungsmodell Menschen mit und ohne Behinderung im beruflichen Alltag zusammen.

Die Gesamtkosten für beide Projekte liegen bei insgesamt 12,9 Millionen Euro. Einen Zuschuss von bis zu 40 Prozent davon hat der Bund nach dem Gesetz zur Förderung kommunaler Investitionen der Stadt zugesagt. OB Mentrup sieht das Geld in den Sanierungen gut angelegt. Die Stadt könne es sich „nicht mehr leisten, billig zu bauen“, unterstrich Mentrup mit Blick auf die neue, praktisch wartungsfreie Fassade aus 170 Millionen Jahre altem oberbayrischem Dolomitgestein. Die Steinfassade hat eine Lebensdauer von über 100 Jahren und koste den Steuerzahler insgesamt weit weniger, so der OB, „als eine Fassadenbekleidung, die nur 30 bis 50 Jahre hält und dann als Sondermüll entsorgt werden muss“. Das nachhaltige Bauen und Sanieren, dem sich die Stadt verschrieben hat, führt auch dazu, dass im Technischen Rathaus die Energieeinsparverordnung um 30 Prozent unterschritten werden kann. -trö-

 
 

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