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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Dezember 2017

Baum des Jahres: Ess-Kastanie

IM SCHLOSSGARTEN steht direkt am  See,  leicht zu finden  dank  ihres mächtigen  Stammes,  die wohl  älteste  Ess-Kastanie von  Karlsruhe, der Baum des Jahres 2018. Foto: Forstamt

IM SCHLOSSGARTEN steht direkt am See, leicht zu finden dank ihres mächtigen Stammes, die wohl älteste Ess-Kastanie von Karlsruhe, der Baum des Jahres 2018. Foto: Forstamt

 

Bereits zum 30. Mal wurde nun der Baum des Jahres ausgerufen. Für 2018 entschied sich die gleichnamige Stiftung für die Ess-Kastanie, auch Edel- Kastanie. Damit steht ein Baum im Mittelpunkt, der seiner Früchte wegen sehr beliebt ist, im Wald jedoch eher selten vorkommt - noch.

Daher freut sich Ulrich Kienzler, Leiter des Forstamts, besonders über diese Entscheidung: ,,Im Zuge des Klimawandels kann der Ess-Kastanie noch eine wichtige Rolle in unseren heimischen Wäldern zuteil werden. So ist zum Beispiel im Karlsruher Hardtwald in jüngster Zeit vermehrt eine natürliche Verjüngung dieser wärmeliebenden Baumart zu beobachten."

Als freistehender Baum bildet die Ess-Kastanie häufig eine mächtige Krone und einen bis zu zwei Meter dicken Stamm, der in der Jugend noch glatt ist, im Alter dann gräulich tiefe Furchen hat. Gut zu erkennen ist sie auch an ihren länglichen, grob gezähnten Blättern oder an ihrer gelben Blütenpracht im Frühsommer. Aufgrund ihrer Schönheit ist sie häufig in Parks und Gärten zu finden. Übrigens: Die Ess-Kastanie gehört zu den Buchengewächsen, hat also bis auf den Namen und den stacheligen Schutz der Früchte. nichts mit der Rosskastanie gemein. Bekannt ist die Ess-Kastanie aber vor allem der leckeren Maronen. Und in der Küche wird sie als Beilage, Suppe oder im Kuchen immer beliebter. Dabei hat der Baum mehr als nur seine Früchte zu bieten: Mit seiner leicht bitteren Note ist auch der Kastanienhonig gefragt. Sobald im Herbst die stacheligen Kugeln aufspringen, heißt es für Sammlerinnen und Sammler schnell sein. Denn auch Wildschweine oder Eichhörnchen freuen sich über den Leckerbissen.

„Die Ess-Kastanie ist eine große Bereicherung für unsere Wälder. Ihre Blüten und Früchte bieten Nahrung für Tiere und Insekten, ihr Strukturreichtum dient zahlreichen Bewohnern als Lebensraum und natürlich trägt sie als seltene Baumart zur Artenvielfalt zwischen Hauptbaumarten wie Buche und Eiche bei", so Kienzler. Bereits die Römer kultivierten sie in Deutschland, wo sie in späteren Hungersnöten mehrfach das Überleben der Bevölkerung sicherte. Heute findet sie sich vor allem in südwestdeutschen Regionen, allen voran in den badischen und pfälzischen Weinbaugebieten. Auch künftig wird hier auf die Ess-Kastanie gesetzt: Die mediterrane Baumart ist wärme- wie trockenheitsresistent und gilt als Gewinner im Klimawandel. Dass ihr Holz robust ist, wussten schon die frühen Winzer: Rebpfähle aus Kastanienholz sind am besten.
-red/cal-

 
 

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