Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Dezember 2017

Einzelhandelsforum: Helle sakral wirkende Räume

Foto: KASIG

Foto: KASIG

 

Zukunft im Karlsruher „Untergrund“ / Gestaltung der Stationen sowie Sicherheit und Sauberkeit Thema

Zahlreiche Themen standen kürzlich beim Einzelhandelsforum im voll besetzten Stephanssaal auf der Agenda. Angeführt von Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und OB Frank Mentrup gaben Experten der Verwaltung auf dem Podium Auskunft über den aktuellen Stand des U-Strabbaus, zu den geplanten Baumaßnahmen der VBK, zum Weihnachtsverkehr auf den Straßen und zu den geplanten Events des Kooperationsmarketings in der City 2018.

Im Zentrum stand jedoch die Gestaltung der U-Strab-Haltestellen inklusive des Lichtkonzepts über das KIT-Professor Ludwig Wappner referierte. „Es entsteht etwas Gewaltiges entlang der sieben Stationen. Das ist hohe Ingenieurskunst mit Räumen, die wie Kathedralen wirken. Speziell das LED-Licht mit seinen farbigen Schatten ist etwas ganz Besonderes“, so der Professor für Baukonstruktion, der das Konzept des Licht-Designers Ingo Maurer erläuterte, der unter anderem den Münchner Marienplatz oder die Münchner Freiheit illuminierte.

Die Leitlinie im „Bauch“ der Fächerstadt folgt einheitlichen Mustern mit hellen Räumen und einem veredelten Rohbau. „Dies schafft Identität. Wir wollten eine Homogenität der Räume, keine komplett unterschiedlichen Haltestellen, wie man sie von anderen Städten kennt“, so Wappner. Der Rohbau werde handwerklich bearbeitet mit gestockten Betonflächen. Gerade auch die Raumdimensionen werden die künftigen U-Bahn-Nutzer begeistern, war sich Wappner sicher. „Das hat etwas Urbanes, nahezu Sakrales. Der Boden wirkt terrazzo-artig“, führt er fort.

Von einem Schaufenster bei der Rolltreppe entfalte sich der Blick auf Gleisbett und Station. Als Erkennungssymbole für die Einstiege fungiere das klassische „U“ wie man es von Metropolen wie London oder Paris kenne. Wichtig sei den Planern gewesen, eine helle, freundliche und übersichtliche Atmosphäre zu schaffen. Dunkle Ecken werde es keine geben. „Die Erfahrung zeigt, je dunkler der Raum, desto weniger Respekt haben die Menschen vor dem Bauwerk“, betonte der Planer.

Dies wirke sich auch ganz konkret auf die Sauberkeit aus. Denn auf einen hellen Boden würde weniger Abfall, beispielsweise Kaugummis, achtlos weggeschmissen. Eine These, die auch Mentrup vertrat. „Helle Räume, eine einheitliche Struktur, keine dunklen Ecken. Das sorgt für weniger Dreck und mehr Sicherheit.“ Letzteres war ein Thema, das die Bürger umtrieb. Es werde Video-Überwachung geben, Stelen mit Notruftasten und ein umfassendes Sicherheitskonzept, berichtete Klaus Pischon, Geschäftsführer VBK. „Wir werden eine zusätzliche Bestreifung mit einem Sicherheitsteam haben.“

Grundsätzlich wird die U-Strab von 1 Uhr bis 4.30 Uhr in der Früh geschlossen. In diesem Zeitraum würden die Stationen gereinigt. Ob es „unten“ zusätzliche Gewerbeflächen gebe, wollte ein Bürger wissen. Eher nicht, denn das würde das Gestaltungskonzept verwässern, hieß es vom Podium. Gute Kunde gab es von Uwe Konrath (KASIG), der über die Fortschritte der Kombi-Lösung sprach.

Beispielsweise ist der Tunnel am Kongresszentrum im Rohbau fertig, ebenso der Tunnel am Durlacher Tor. Künftig werde das Augenmerk zudem auf die Kriegsstraße gelegt (Stichwort Kombi-Lösung) gelegt. Von 14 bis 16 Baumaßnahmen der VBK 2018 berichtete Pischon. So werden unter anderem die Haltestellen Tullastraße, Herweghstraße (Richtung Pfalz), Weinbrennerplatz und Kühler Krug barrierefrei ausgebaut. Bei den letzten beiden käme es zu Streckensperrungen (Ende März bis Anfang April 2018).

Beim Gleistausch Karl-Wilhelm-Platz wird es in den Sommerferien zu Umleitungen kommen. Martin Kissel (Leiter Tiefbauamt) informierte darüber, dass pünktlich zur Adventszeit der Weihnachts-Shopping-Verkehr nach Karlsruhe und innerhalb der City ungehindert fließen kann. Das Kooperationsmarketing zur Stärkung des Handels hatte City-Manager Sascha Binoth im Blick. Zu Ostern gibt es wieder ein „Fest der Sinne“ mit verkaufsoffenem Sonntag. Die Aktion „Spiel mich!“ (frei bespielbare Pianos vor den Geschäften) macht Pause, dafür gibt es „music to go“.

Eine zusätzliche Einkaufsnacht ist ebenso geplant wie ein Online-Auftritt der City-Händler sowie Maßnahmen gegen temporäre Leerstände (Zwischennutzungen mit Pop-Up-Stores und Kunst). Ein Anker werden auch 2018 die Schlosslichtspiele sein. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe