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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Dezember 2017

Kultur: Von Königsurkunde bis Kinosaal

KULTURGUT: Grafikerin Laura Setzer (l.) und Dr. Katrin Dort, in der Schau für die Urkunden zuständig (r.), begutachten mit Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche  die „Durlacher Glanzstücke“. Foto: Fränkle

KULTURGUT: Grafikerin Laura Setzer (l.) und Dr. Katrin Dort, in der Schau für die Urkunden zuständig (r.), begutachten mit Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche die „Durlacher Glanzstücke“. Foto: Fränkle

 

Stadtarchiv zeigt im Pfinzgaumuseum „Durlacher Glanzstücke“ aus seinem Magazin

In die Geschichtsbücher ein ging König Sigismund vor allem als Motor des Konzils von Konstanz von 1414 bis 1418, das die abendländische Kirchenspaltung beendete. Doch auch in unseren Breiten hinterließ der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Spuren. 1418 etwa verlieh er in einer Urkunde der Stadt Durlach das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. Diese Königsurkunde ist derzeit im Pfingaumuseum zu sehen. Als ein besonderes Bonbon in der Sonderausstellung „Durlacher Glanzstücke“.

Unter diesem Titel präsentiert das Stadtarchiv bis zum 13. Mai als Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 im Museum in der Karlsburg eintrittsfrei ausgewählte Archivalien aus der facettenreichen Vergangenheit der ehemaligen Markgrafenstadt. Allesamt aus den Beständen des Archivs: Dies bewahrt seit der Zwangseingemeindung der zuvor 777 Jahre lang selbstständigen Stadt durch die Nationalsozialisten nach Karlsruhe 1938 „auch das reiche kulturelle Erbe des glanzvollen Durlachs fachgerecht auf“, unterstrich Erster Bürgermeister Wolfram Jäger bei der Eröffnung der Ausstellung. Der bis ins Jahr 1410 zurückreichende Bestand zu Durlach ist für Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche der „historisch wertvollste“ im Magazin in der Markgrafenstraße 29. Und der umfangreichste aller Stadtteile. Die 106 Urkunden, 5.672 Aktenhefte, 1.584 Amtsbücher, 370 Pläne, 257 Zeitungsbände und 4.383 Rechnungsbände“, die dort unter hervorragenden klimatischen Bedingungen lagern, „ergeben einen Gesamtumfang von 400 Regalmetern“, nannte Bräunche beeindruckende Zahlen.

Das „Best of Durlach“ vom ausgehenden Mittelalter bis in die Neuzeit aus dem Stadtarchiv ist in der Ausstellung in zehn kleine Abteilungen gegliedert. So spiegeln Fotos aus dem Nachlass von Horst Schlesiger das Alltagsleben von 1949 bis 1990 wider, weitere Hingucker sind farbenfrohe Plakate aus unterschiedlichen Generationen. Daneben stehen Urkunden aus dem 15. bis 19. Jahrhundert und Beispiele aus dem 59 Regalmeter umfassenden Durlacher Aktenbestand im Mittelpunkt. Amtsbücher, Durlacher Zeitungen, Banknoten, Medaillen, Orden, Vereinsunterlagen, Pläne und ein digitales Stadtlexikon vervollständigen die Schau. Und vor dem Eingang ist rechts ein kleiner Kinosaal aufgebaut, in dem Ausgaben des „Karlsruher Wochenspiegel“ und andere Streifen Ereignisse aus Durlach zeigen. -trö-

Öffnungszeiten: mittwochs von 10 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 18, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Infos: www.karlsruhe.de/pfinzgaumuseum

 
 

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