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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Dezember 2017

Stadtentwicklung: Volldampf am Hauptbahnhof-Süd

SYMBOLISCHE ÜBERGABE von Teilbaugenehmigungen. Foto: Fränkle

SYMBOLISCHE ÜBERGABE von Teilbaugenehmigungen. Foto: Fränkle

 

Nach umfangreichen Vorarbeiten von Stadt und Dommermuth / Erster Bauabschnitt / Entwicklung stärkt Karlsruhe / 1&1 ist Mieter einer Teilfläche

Mit „Volldampf“ will Rainer Dommermuth, Geschäftsführer der Firma S.K.E.T., im März 2018 auf dem Südquartier des Hauptbahnhofs loslegen. Für seinen Bruder Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet AG, realisiert er bis Mitte 2020 für netto 135 Millionen Euro zwei Bürokomplexe am südlichen Bahnhofvorplatz.

Dies festige „mit 1.500 hochattraktiven Arbeitsplätzen“ den IT-Stand¬ort, „die Entwicklung tut zudem Karlsruhe städtebaulich gut“, betonte OB Dr. Frank Mentrup am Mittwoch vor den Medien. Anlieger - Einzelhändler, Hotels, DB und Bürgervereine - waren zuvor über Maßnahmen und Projekt informiert worden. Den Platz flankieren zwei zwölfgeschossige Gebäude, sich öffnend über zwei Geschosse zu den Innenhöfen und den jeweils drei siebengeschossigen Kammbauten. Das Rückgrat bilden viergeschossige Baukörper entlang der Straße Hinter dem Hauptbahnhof.

Mit 1&1 sei der Mietvertrag über eine Teilfläche bereits abgeschlossen, mit weiteren Nutzern seien Gespräche schon sehr weit gediehen, so Projektentwickler Rainer Dommermuth. „Wir erwarten, dass 1&1 Hauptmieter der Gebäude wird“, wiederholte OB Mentrup ein Anliegen der Stadt. Bei Zusammenlegung mehrerer 1&1-Standorte werden so anderswo in Karlsruhe Flächen frei: „Unsere Wahrnehmung ist, dass, nachdem Investor Dommermuth auf den Plan trat, dies für andere Gelände einen spürbaren Impuls bewirkte“. „Dommermuth bewegt nicht nur selbst viel, auch der Standort Karlsruhe wird in positiver Weise bewegt“, freute sich Mentrup.

Ausgesprochen zügig, kooperativ, fachlich effizient: Das bescheinigen Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz sowie Dommermuth und Gerd Graf (vom planenden Büro Graf+Graf Architekten) sich gegenseitig für die Teams von Stadt und Investor. Erstes Gespräch im September 2016 zwischen Dommermuth und Stadt, Zustimmung des Gemeinderats zum Verkauf von rund 22.540 Quadratmetern (plus Optionsfläche von rund 3.600 Quadratmeter) im April 2017, Kaufvertrag Stadt/Investor im Juli, Bauantrag eingereicht im September, parallel Baureifmachung des Geländes städtischerseits mit Ausbau von West- und Ostknoten zur Erschließung auch für den Baustellenverkehr, Herstellung provisorischer Parkflächen und jeder Menge Erdbewegung, Abschluss eines Generalübernehmervertrages zwischen Dommermuth und Karlheinz Heffner, der mit seinem Team von Diringer & Scheidel die beiden Gebäudekomplexe bis Mitte 2020 schlüsselfertig übergeben muss, parallel die Sanierung des mitverkauften denkmalgeschützten Kesselhauses (Kantine mit Perspektive Café oder Gastronomie)…Die Taktung zeigt, dass das Räderwerk wie geschmiert lief – und weiterhin laufen wird.

Die Leitprojektstruktur für das IQ-Thema Hauptbahnhof-Süd habe viel Schnelligkeit möglich gemacht, bekräftige Luczak-Schwarz. Straff soll es weitergehen: Für das östlich direkt anschließende Baufeld - laut Bebauungsplan ist ein bis zu 20-geschossiges Hochhaus möglich - habe „sein Bruder Ralph mit Architekt Graf bereits erste Skizzen besprochen“, so Dommermuth. Der Zeit geschuldet sei, dass die beiden ersten Baukörper, in Volumen und Anordnung am Bebauungsplan orientierend, ohne Mehrfachbeauftragung hochgezogen werden – bei Einarbeitung der Anregungen des Gestaltungsbeirats. „Für weitere Bauprojekte wird es Mehrfachbeauftragungen geben“, versicherte Dommermuth. Die Stadt kümmert sich per Gestaltungwettbewerb um das Platz-Entree. Für das Stadt-Grundstück westlich des Kesselhauses wird 2018 ein Konzeptwettbewerb unter Interessenten ausgeschrieben, so Mentrup: Dabei haben wir das Interesse, die historischen Gebäude zu erhalten. -rie-

 
 

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