Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Dezember 2017

Ehrenamt: Humor spielt die erste Geige

TRADITION: Peter Grimm am „Spundefresserbrunnen“ vor dem Neureuter Rathaus, der Pate stand für die Narrenzunft. Foto. AfSta/ Strobel-Heck

TRADITION: Peter Grimm am „Spundefresserbrunnen“ vor dem Neureuter Rathaus, der Pate stand für die Narrenzunft. Foto. AfSta/ Strobel-Heck

 

Bürgermentor Peter Grimm: Es macht Spaß, anderen eine Freude zu bereiten.

Ein junger Verein lebt alte Traditionen und setzt neue Akzente. Für Peter Grimm sind die „Nereeder Spundefresser“ ein historischer und humorvoller Beitrag für Neureut. Pate für die Narrenzunft stand der Brunnen vor dem Rathaus, der den Spitznamen der Neureuter trägt. „Spunde“ war ein Arme-Leute-Essen aus Kartoffeln. Namensgeber waren die Zapfen, mit denen die Spundlöcher der Fässer geschlossen wurden. Sich selbst auf die Schippe nehmen und den Ernst in seine notwendigen Schranken weisen, ist Grimms Motto. „Spaß und Freude am Leben muss schließlich sein“, sagt er.

Vor sieben Jahren hatten junge Leute Peter Grimm gefragt, ob er ihnen helfen würde, den Verein zu gründen. Nein sagen konnte er nicht. So schrieb er die Satzung und übernahm die Öffentlichkeitsarbeit, das Sponsoring und die Veranstaltungsorganisation. Seither sind die „Spundefresser“ aus den Neureuter Straßenfesten nicht mehr wegzudenken und haben imposante Veranstaltungen auf die Beine gestellt: Halloween, Rock am Rosenmontag oder den Fastnachtsumzug. „Das erste Mal war ein richtig großes Erlebnis“, erzählt Peter Grimm. 80 Fußgruppen mit 2.000 Teilnehmern hatten mitgemacht. Die Straße war mit Menschen gesäumt, die zugesehen und sich amüsiert haben.

Am dritten Advent gestalten die Narren den „Spundefresser Weihnachtszauber“. Der kleinste Karlsruher Weihnachtsmarkt ist schon Tradition geworden. Sein Motto „Man trifft sich“ wird von alt und jung gerne verwirklicht. „Beim ersten Mal hat es nach der Eröffnungsrede des Ortsvorstehers nur noch geregnet“, erinnert sich Grimm. Die Jugend des Musikvereins hatte mitgemacht, die Vokalgruppe Neureut und die Ohrwürmer der Nordschule Neureut. Für Essen und Trinken hatten die Gastgeber gut gesorgt. Trotz Regen hat es allen riesigen Spaß gemacht.

Wenn andere Hilfe brauchen, kann man auf Peter Grimm zählen. Der Verein Vogelpark Neureut konnte seine Anlage allein nicht mehr pflegen. Die „Spundefresser“ packten tatkräftig an: Hecken schneiden, Rasen mähen, Kompost wegbringen und eine alte Hütte abbrechen, waren erste Aufgaben. „Für Kinder ist der Park ein Erlebnis“, findet Grimm. Es gibt große Vogelvolieren, Ziegen, Schafe und einen kleinen Teich mit Enten. Hunger und Durst kann man in einem griechischen Lokal löschen. Mindestens ein Jahr lang will die Narrenzunft die Vogelfreunde unterstützen.

Peter Grimm hat viele Fortbildungen absolviert, um seine Ehrenämter so gut wie möglich ausüben zu können: die Ausbildung zum Bürgermentor, Öffentlichkeitsarbeit, Spenden akquirieren und Projekte organisieren. Seine Vereinskarriere ist lang. Für den Förderverein Sonnenschein organisierte er Prunksitzungen, Shows und Tanzabende - Benefizveranstaltungen für die Kinderklinik. Damit konnte der Klinikclown finanziert werden. Vor einer Pleite hatte er keine Angst. „Wir waren hundertprozentig davon überzeugt, dass nichts schiefgeht“, meint Grimm. -AfSta-/-RSH-

Infos zum Engagement

Die „Nereeder Spundefresser“ sind mit Leib und Seele Fastnachter. Sie pflegen mit viel Spaß und Freude das Brauchtum. Der Verein unterhält das Spundefresser Showtanz-Team. Der siebte „Spundefresser Weihnachtszauber“ findet vom 15. bis 17. Dezember in Neureut statt. Internet: www.spundefresser.de.

Information zum Bürgermentoren-Programm gibt es im Büro für Mitwirkung und Engagement des Amts für Stadtentwicklung in der Zähringer Straße 61, Telefon 0721/133-1212. Sprechzeiten dort sind dienstags bis Freitags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Internet: www.karlsruhe.de/bme

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe