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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Februar 2017

Big Data und IT-Sicherheit

 

KIT-Reihe im Rathaus traf auf enorme Resonanz

Big Data und künstliche Intelligenz hieß kürzlich das Thema in der Reihe "KIT im Rathaus". Eine komplexe Thematik und äußerst aktuell - siehe NSA-Affäre rund um Whistleblower Edward Snowden und Weiteres. Offenkundig hat die Reihe den Nerv der Zeit getroffen. Denn so gut besucht war bislang noch keiner der Vorträge, mit denen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Kontakt zur Bürgerschaft sucht und Wissenschaft transparent machen möchte. Selbst die Empore war komplett besetzt. Bürgermeister Klaus Stapf unterstrich in seinem Grußwort, wie wichtig es sei, den Schutz der Privatsphäre in einer digitalen Gesellschaft zu wahren. "Es sind Auswüchse, welche die Demokratie gefährden, die uns hellhörig machen müssen, in Zeiten in denen immer größere Mengen persönlicher Daten gespeichert werden."

Die "Sichtbarkeit der Wissenschaft bei gesellschaftlich relevanten Themen" betonte KIT-Vizepräsident Professor Oliver Kraft. Nicht umsonst stehe in Zeiten so genannter "alternativer Fakten", ein Klassiker der negativen Zukunftsfiktion wie Orwells "1984" ganz oben auf der Beststellerliste. Wie intelligent sind Übersetzungsprogramme und welche Rolle spielen Algorithmen? Viele hochkomplexe Themen wurden angeschnitten. Big Data gilt als Schlüsselwort für massiv anwachsende Datenberge in Industrie und Wirtschaft. Oft werden Daten ohne Einverständnis der Betroffenen verwendet. "Eine Gesellschaft ist ohne Information nicht vorstellbar", sagte Professor Tamin Asfour, Sprecher des KIT-Zentrums Information Systeme Technolgie und verwies auf die Basis der Informationstechnologie, die an der TH Karlsruhe erstmals nachgewiesen wurden - die elektromagnetischen Wellen von Heinrich Hertz.

Wie kann man maschinelle Intelligenz in technischen Systemen realisieren und wie können Roboter von menschlichen Erfahrungen lernen? Diese Fragen samt Lösungsansätzen waren Teil seines Vortrags. Robotik sah er als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Dazu zählen Anthropomatik (Wissenschaft der Symbiose von Mensch und Maschine) und Medizintechnik (etwa die robotergestützte Chirurgie). Der Algorithmiker Professor Peter Sanders definierte Big Data als Datensätze solch komplexer Struktur, dass sie herkömmliche Datenverarbeitungssysteme völlig überfordern. Er sprach von einer regelrechten Explosion der Datenmengen und einer revolutionären Umgestaltung des Informationszeitalters. Zum Thema Big Data Privacy referierte der Kryptograph Professor Jörn Müller-Quade. Dabei ging er auch auf die gegenwärtigen Gefahren von Hacker-Angriffen und Kreditkarten-Missbrauch ein. -voko-

 
 

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