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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Dezember 2017

25 Jahre Landesvereinigung Baden in Europa: Schwabe Oettinger spielt Badenerlied

GRIFF IN DIE TASTEN: Festredner Günther H. Oettinger. Dahinter (v.r.) Prinz Bernhard, Gründer Obert, Vorsitzender Mürb. Foto: Homberg

GRIFF IN DIE TASTEN: Festredner Günther H. Oettinger. Dahinter (v.r.) Prinz Bernhard, Gründer Obert, Vorsitzender Mürb. Foto: Homberg

 

Der EU-Kommissar hält die Festrede / Der Landesvereinigung eng verbunden

Die Landesvereinigung Baden in Europa (LVBE) feiert in diesen Tagen die 25. Wiederkehr ihrer Gründung. Sie beging dieses Jubiläum am vergangenen Samstag mit einem Festakt in der Durlacher Karlsburg – und hatte sich dazu einen besonderen Festredner eingeladen: den Stuttgarter Schwaben Günther H. Oettinger.

Oettinger, einstmals Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und mittlerweile Mitglied der Europäischen Kommission in Brüssel, ist schon seit etlichen Jahren Mitglied der LVBE. Bei dem seinerzeitigen Streit um den Verkauf wertvoller Handschriften zur Finanzierung des Kaufs des Schlosses Salem war er von der LVBE scharf angegangen worden. Dies hatte er sich zu Herzen genommen und ist der Landesvereinigung seither freundschaftlich verbunden. Aus dieser Zeit bestehen auch enge Verbindungen zum markgräflichen Haus Baden. Prinz Bernhard, Juniorchef der Familie, war eigens zu dem Festakt in den Karlsburgsaal gekommen.

Günther Oettinger lobt in seiner Festrede die LVBE für ihre Beharrlichkeit bei der Vertretung Badischer Interessen in Stuttgart. Es gehe immer um Identitäten - und damit um die Menschen, die „unser Stolz“ seien. Um in der rohstoffarmen Bundesrepublik diese Ressource zu fördern, müsse zuvörderst in Bildung, Forschung und Entwicklung investiert werden. Dies geschehe in Baden - wie in Württemberg - in herausragender Weise. Er nannte die Hochschulstandorte längs des Rheins von Mannheim bis Konstanz, aber auch etwa in Stuttgart, Tübingen und Ulm.

Für ihn, so Oettinger, sei im Übrigen seine württembergische Heimat zwar Standbein, das Spielbein aber sei Baden, wo er während seiner juristischen Ausbildung ein halbes Jahr Referendar am Oberlandesgericht Karlsruhe gewesen sei und die badische Lebensart kennengelernt habe. Er überraschte die Festversammlung nach seiner Ansprache damit, dass er sich an den Flügel setzte und das Badenerlied spielte.

Zu Beginn hatte der Vorsitzende der LVBE, Prof. Robert Mürb, Zahlen und Fakten aufgezählt, um nachzuweisen, dass der badische Landesteil nach wie vor gegenüber dem württembergischen benachteilig sei. Beispielsweise wenn bei nahezu gleichem Steueraufkommen sehr viel höhere Mittel nach Württemberg flössen. Gründungsmitglied Michael Obert bestärkte Mürb darin, er solle sich durch Vorwürfe der Erbsenzählerei nicht beirren lassen. Bürgermeister Obert, der wie Oettinger und drei weitere Mitbegründer der LVBE zum Ehrenmitglied ernannt wurde, berichtete der Festgemeinde, wie es zur Gründung gekommen war. Er hätte sich damals nicht vorstellen können, dass zum 25-Jahre-Fest ein EU-Kommissar spreche. -erg-

 
 

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