Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Dezember 2017

Gemeinderat: Konzept für Sandkorn-Neustart überzeugt

OFFENES HAUS FÜR ALLE UND ALLES: In der Karlsruher Theaterlandschaft will „Das Sandkorn“ künftig als Kleinkunstzentrum und als Theatermanufaktur am Puls der Zeit fungieren. Foto: Fränkle

OFFENES HAUS FÜR ALLE UND ALLES: In der Karlsruher Theaterlandschaft will „Das Sandkorn“ künftig als Kleinkunstzentrum und als Theatermanufaktur am Puls der Zeit fungieren. Foto: Fränkle

 

Fördergelder fließen

„Das Sandkorn“ wagt nach turbulenten Monaten und kurzzeitiger Schließung zum Jahreswechsel einen Neustart und kann auf die Unterstützung des Gemeinderats bauen. Unisono befürwortete das Plenum am Dienstag das von der Betreibergesellschaft gleichen Namens vorgelegte Konzept zur Fortführung des Theaterbetriebs und die Übertragung der Fördergelder von gut 240.000 Euro für 2018.

Die Verwaltung hatte angeregt, nur die Hälfte des Zuschusses zu überweisen - vorbehaltlich. Sollten sich die Ansätze bis Mitte nächsten Jahres als tragfähig erweisen, wäre die zweite Tranche geflossen. Auf Antrag der FDP kam es anders. Die Testphase sei zu kurz, die Verantwortlichen bräuchten Planungssicherheit, überzeugte Fraktionschef Tom Høyem mit seiner Argumentation die Plenumsmehrheit - mit Ausnahme der CDU. Der Sperrvermerk habe nichts mit Misstrauen gegen Akteure und Konzept zu tun, sondern sei dem „verantwortlichen Umgang mit öffentlichen Geldern“ geschuldet, erklärte CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein. „Alles in allem klingt das sehr gut“ war Elke Ernemann erleichtert.

Dennoch votierte die SPD-Stadträtin zunächst für den Sperrvermerk, bei einer späteren Wortmeldung dann dagegen. Vorredner und Vorweihnachtszeit „haben mein Herz erwärmt“, begründete sie die Kehrtwende. Auch Dr. Ute Leidig (GRÜNE) wollte der neuen Mannschaft mehr Zeit geben. Es reiche, rechtzeitig vor den Etatberatungen eine Analyse zur Zukunftsfähigkeit vorzulegen. Mit dem Konzept bleibe die „Marke Sandkorn“ erhalten, erklärte KULT-Stadtrat Michael Haug. Auch Dr. Paul Schmidt (AfD) und Jürgen Wenzel (FW) befürworteten den Rettungsplan. „Großen Kulturdampfern“ mute man weit weniger zu als kleinen, warb GfK-Stadtrat Friedmann Kalmbach um mehr Leidenschaft für die freie Szene, sie stehe für Lebendigkeit und Vielfalt.

Nach der Insolvenz wegen Steuernachforderungen stand die Zukunft der 1956 von Siegfried Kreiner gegründeten Traditionsbühne auf Messers Schneide. Rasch bildete sich eine Auffanggesellschaft. Richten wollen es jetzt unter anderem die Geschäftsführer Günther Knappe (kaufmännischer Leiter) und Erik Rastetter (künstlerischer Leiter). „Theater & Mehr“ lautet der Slogan für die Neuausrichtung, die für Kontinuität und Aufbruch steht. Damit einher geht die Abkehr vom Repertoirespielplan hin zum Gastspielbetrieb ohne festes Ensemble. Das Sandkorn versteht sich künftig sowohl als Zentrum der Kleinkunstszene wie auch als Theatermanufaktur, die am Puls der Zeit agiert. Zudem öffnet sich das Haus für weitere Kulturpartner, fungiert als Schnittstelle für Bühnenprojekte mit sozialer Bindekraft und ist Ort praktischer Theaterfortbildung. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe