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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Dezember 2017

Kultur: Ein ganz großes Theater

WENN KEGELROBBEN auf Helgoland „schnäuzeln“, kommen bei Tieren, aber auch Menschen Emotionen auf. Das Bild gehört zur derzeitigen Ausstellung im Naturkundemuseum.  Foto: L. Thadday

WENN KEGELROBBEN auf Helgoland „schnäuzeln“, kommen bei Tieren, aber auch Menschen Emotionen auf. Das Bild gehört zur derzeitigen Ausstellung im Naturkundemuseum. Foto: L. Thadday

 

Fotoausstellung über Kegelrobben auf Helgoland bis 8. April im Naturkundemuseum

Auf ihrer Helgoländer Naturbühne liefern Kegelrobben ihren Fans „ganz großes Theater“ findet die Fotografin Lilo Tadday. Seit rund 25 Jahren „genießt sie in ihrer Wahlheimat die drollige Robbenbande“ mit ihrer komödiantischen, menschenähnlichen Mimik. Rund 60 Bilder ihrer Lieblinge schickt sie in einer Wanderausstellung auf Reisen.

Sie ist noch bis 8. April im Naturkundemuseum am Friedrichsplatz zu sehen. Da geben sich zwei der Tiere einen Nasenstüber, sind liebevoll ineinander verschlungen, kuscheln oder legen die Flossen übereinander. Streit bleibt auch nicht aus. Mit großen Augen guckt der kleine weiße Jungbulle in die Welt, andere Babys  trinken, schmiegen sich auf  Steinen oder in den Dünen an die Eltern. Eine Robbenmutter leckt ihr Neugeborenes ab. Große wälzen sich im Sand, tauchen im Tang auf oder strecken neugierig ihren Kopf unter ein rot-weißes Absperrband, untersuchen zwischen Booten einen Rettungsring oder Ball. Aber auch eine sterbende Robbe mit roter Schnauze und aufgesperrtem Maul  würdigt Tadday.

Angetan haben es ihr zudem tobende „Halbstarke“ und Tiere, die mit ihren Fellschattierungen beeindrucken oder im Schnee wie große Steine wirken. Dass solche Bilder keinesfalls selbstverständlich sind, darauf machte Museumschef Prof. Dr. Norbert Lenz aufmerksam. Denn die Konkurrenten der Fischer, die zu den Raubtieren zählen, waren in Deutschland ausgestorben. Erst in den 1970er-Jahren  unter Schutz gestellt, vermehren sich die Kegelrobben seit dem ersten Nachwuchs auf Helgoland im Jahr 1996 beträchtlich. Sie werden bis zu 45 Jahren alt, werfen  jährlich ein Junges, immer um die Weihnachtszeit. Auf der Insel kamen so 2016/17 über 350 Kleine auf die Welt. -cal-  

 
 

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