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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Dezember 2017

Stadtentwicklung: Flächen aktivieren

„UNTEN AM GRÖTZINGER WEG“: Nach Wegzug von ASV, TC und DJK Durlach in die Untere Hub ist hier Wohnen geplant. Konzentration hat bei sanierungsbedürftigem Bestand für Vereine auch eine wirtschaftliche Seite. Foto: Fränkle

„UNTEN AM GRÖTZINGER WEG“: Nach Wegzug von ASV, TC und DJK Durlach in die Untere Hub ist hier Wohnen geplant. Konzentration hat bei sanierungsbedürftigem Bestand für Vereine auch eine wirtschaftliche Seite. Foto: Fränkle

 

Potenziale für Wohnen und Gewerbe durch Sportverlagerung

Freie Flächen sind in Karlsruhe ein rares Gut. Flächenpotenziale für Wohnen und Gewerbe durch Verlagerung von Sportflächen zu gewinnen, beseitigt nicht die Wohnungsnot, kann sie aber lindern, betont Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Zusammen mit Sportdezernent Martin Lenz und Baubürgermeister Michael Obert zeigte die Finanzdezernentin Anfang dieser Woche vor den Medien am Beispiel von sechs bereits erfolgreich abgeschlossenen oder noch anstehenden Sportverlagerungen auf, wie in Kooperation mit Vereinen Flächen für Wohnen und Gewerbe aktiviert werden kann – und Sportvereine sich zugleich zukunftsfähig aufstellen können. Angesichts begrenzter Flächenverfügbarkeit könne man diese Potenziale gar nicht hoch genug einstufen, so Luczak-Schwarz. Wichtigste Mitspieler sind bei allen sechs Projekten die Sportvereine – sei es beim Umzug des FV Fortuna Kirchfeld 2008 an die Abraham-Lincoln-Allee (bei mittlerweile abgeschlossener Bebauung auf dem früheren Sportareal am Blankenlocher Weg) bis zum beabsichtigten Sportpark Untere Hub. „Die Autonomie des Sports ist uns sehr wichtig“, machte Lenz klar, „ihr müsst, sagen wir nicht.“

Angesichts von sanierungsbedürftigen Sportanlagen oder Umbrüchen im Verein können aber Kooperationen mit der Stadt und untereinander in einem Sportpark die Zukunft der Vereine gestalten. Beispielhaft agieren hier laut Lenz die drei Vorstände von DJK Rüppurr, FSV Alemania Rüppurr und Rüppurrer FG – mit klaren Vorstellungen über die neue Vereinsanlagen und Mitgliederbeschlüssen im Rücken. Die Stadt unterstütze gerne – und habe für die Flächenkonzentration beim Rüppurrer FG Gelände erworben, so Luczak-Schwarz. Von den freiwerdenden Flächen Am Rüppurrer Schloss profitiert die gesamte Stadt durch ergänzende Wohnbebauung, so Obert. An der Battstraße sei die Folgenutzung noch nicht bestimmt.

Gut 27 Hektar Fläche wurden oder werden durch die sechs Verlagerungsprojekte unter dem Strich für die Entwicklung von Wohnen und Gewerbe in die Hand genommen. Die Ersatzfläche für den Sport zu schaffen, ist meist der schwierigere Part, betonte Obert. Denn was Vereine freimachen, gehöre meist der Stadt.

Ausnahme ESG Frankonia Karlsruhe: Hier hat die Stadt Ende November das „städtebaulich interessante Gelände“ (Obert) an der Durlacher Allee von der Bahn erworben. Die Verlagerung zur Stuttgarter Straße mit schrittweiser Neuordnung der dortigen Kleingärten wird seine Zeit brauchen. Am Ball bleiben werde die Stadt bei der Unteren Hub, wo „uns noch einige Grundstücke fehlen, um das realisieren zu können, was von Seiten der Durlacher Vereine angestrebt wird“, ergänzte Luczak-Schwarz.

Frei würde mit „Unten am Grötzinger Weg“ eine rund sechs Hektar große, sehr attraktive Lage, geeignet für „600 bis 700 Wohneinheiten bei der hier gebotenen Dichte“, so Obert. Per „Letter of Intend“ wolle sich die Volkswohnung dort engagieren mit deutlichem Schwerpunkt auf klassischen sozialen Wohnungsbau. In Neureut (Fortuna Kirchfeld), Knielingen (VfB und TV Knielingen) und Daxlanden (DJK Daxlanden und FV Daxlanden) hatte und hat die Stadt in der Wohnungsbaugesellschaft einen auch mit Blick auf die Preisgestaltung verlässlichen Partner. -rie-

 
 

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