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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Dezember 2017

Stadteilkonferenz: Mischflächen für Durlach-Au

STADTTEILSANIERUNG: Generell sehr eng ist der Straßenraum in Durlach-Aue. Mischflächen (Tempo 20) sollen für eine Entschleunigung und die gegenseitige Rücksichtnahme sorgen. Foto: Knopf

STADTTEILSANIERUNG: Generell sehr eng ist der Straßenraum in Durlach-Aue. Mischflächen (Tempo 20) sollen für eine Entschleunigung und die gegenseitige Rücksichtnahme sorgen. Foto: Knopf

 

Konzeption des Sanierungsgebiets mit Bürgern diskutiert / Lebhafte Stadtteilkonferenz

Groß war das Interesse bei der Stadteilkonferenz kürzlich in der Oberwaldschule, in der konkrete Vorschläge zu Sanierung in Durlach-Aue gemacht wurden. Nach einem umfassenden Bürgerdialog führten Stadtplanungsamt sowie Bürgermeister Michael Obert und Ortsvorsteherin Alexandra Ries diesen fort und diskutierten mit den Bürgern die Konzeption.

Im Anschluss daran fand die frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplanverfahren "Östlich der Westmarkstraße zwischen Ostmarkstraße und Am Rainle" statt.

Bei ersterer Veranstaltung wurden die Varianten für den Ortskern skizziert, die Basis des weiteren Bebauungsplanverfahrens sind. Nach dem Auftakt 2015 fanden ein Dutzend Termine (Workshops, Rundgänge, Konferenzen) statt. Auch im weiteren Sanierungsprozess, der bis 2023 läuft, werden die lokalen Akteure eingebunden. "Der Prozess geht weiter. Es wird einmal im Jahr eine Stadtteilkonferenz stattfinden, bei der wir die Planungen vorstellen", sagte Sybille Rosenberg (Stadtplanungsamt). Im Fokus standen Themen wie Gestaltung einer repräsentativen Dorfmitte, das Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und PKW-Fahrern in dem für Aue typischen engen Straßenraum und das Eruieren von Wohnraum in der wachsenden Stadt Karlsruhe. Stadtplanerin Jasmin Gustain berichtete von einer Eigentümerbefragung (450 Personen, Rücklauf 70 Prozent). In Bezug auf Nachverdichtung zeigten die Eigentümer nur wenig Interesse, waren dagegen Carsharing aufgeschlossen. Engagiert gestaltete sich die Diskussion zum Straßenraum. Ulrich Wagner (Stadtplanungsamt) stellte so genannte Mischflächen vor. Die Verkehrsteilnehmer befinden sich dabei alle auf einer Ebene mit einer neuen Pflasterung. Erlaubt ist lediglich Tempo 20. Vor allem auf gegenseitiger Rücksichtnahme basiert das Prinzip. Zudem gibt es Poller für aus der Einfahrt tretende Fußgänger. "Es wird diagonal gepflastert, was den Lärm mindert", erklärte Wagner. Ein Bürger kritisierte, dass damit gesicherter Raum in Form eines Gehwegs, wenngleich in Aue äußerst schmal, wegfalle. Ein Diskutant forderte statt Mischflächen mehr Einbahnstraßen. Dies bedeutete jedoch, dass PKW-Fahrer in der Regel schneller fahren, weil kein Gegenverkehr kommt, so Wagner.

Erläutert wurde auch der Unterschied zwischen einer Spielstraße (nur Schritt-Tempo erlaubt) und einer Mischfläche (Tempo 20). Moderator Philip Schmal betonte, dass es sich bei allen Maßnahmen um Kompromisslösungen handle, die gegenseitige Achtsamkeit erfordern. Diskutiert wurde bei der Konferenz auch die Gestaltung des Bankenplatzes. Während man aus Rücksicht auf Gastronomie und Gewerbe Parkflächen benötige, seien auch Grün mit einem Brunnen und Entschleunigung ein wichtiges Merkmal einer Dorfmitte, die zur Identifikation beitrage. -voko-

 
 

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