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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Februar 2017

Gemeinderat: Fortschritt für Flächennutzungsplan 2030

DAS ASV-GELÄNDE IN DURLACH könnte  im neuen Flächennutzungsplan für Wohnungsbau ausgewiesen werden. Foto: Fränkle

DAS ASV-GELÄNDE IN DURLACH könnte im neuen Flächennutzungsplan für Wohnungsbau ausgewiesen werden. Foto: Fränkle

 

Wohnbauflächen melden und prüfen / Plenum betont Aufgabe, bezahlbare Wohnungen zu ermöglichen und hält Kleingärten auch für wichtig

Mit 35 Ja-Stimmen entschied der Gemeinderat mit wenigen Änderungen, die im Planungsausschuss befürworteten geplanten Wohnbauflächen zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2030 an den Nachbarschaftsverband zu melden und weiter prüfen zu lassen.

Basis der Diskussion waren auch zahlreiche Änderungsanträge der Fraktionen, was beweise „wie wichtig der Flächennutzungsplan ist“, so die Leiterin des Stadtplanungsamts, Prof. Dr Anke Karmann-Woessner. Ziel sei, den Plan, über dessen Flächen das Plenum im April beschließt, Ende 2018 öffentlich auszulegen. Übrig geblieben sind von ursprünglich etwa 250 Hektar, die zur Abdeckung des künftigen Wohnbedarfs notwendig erscheinen, nun rund 70 Hektar auf Karlsruher Gemarkung. Das Übrige übernehmen die Umlandgemeinden.

Über die drei betroffenen Kleingartenflächen am Klinikum, an der Pulverhausstraße und Am Rüppurrer Schloss will OB Dr. Frank Mentrup mit Alfred Lüthin, dem Vorsitzenden des Bezirksverbands der Gartenfreunde sprechen. Herausgenommen aus der Fläche von zwischenzeitlich zirka 85 Hektar hat der Gemeinderat nun den östlichen Teil von Rüppurr Süd I, 3,9 Hektar an der Schwetzinger Straße, das Drittel entlang der Straße im Hohenwettersbacher Rehbuckel I (etwa 0,8 Hektar) und in Neureut 4,1 Hektar an der Alten Friedrichstraße.

Drin bleiben der Sportplatz Daxlanden, in Knielingen der Distelgrund, in Weiherfeld-Dammerstock der Erlenweg, der westliche Teil von Rüppurr Süd I und die Battstraße, in Hagsfeld die Grabenäcker Erweiterung und Auf die Gärten, in Durlach die Sportflächen, in Neureut Zentrum III, der neue Standort für das Adolf-Ehrmann-Bad, Neubruch, südliches Oberfeld, der Grüne Weg und die Mitteltorstraße. In den Höhenstadtteilen geht es in Stupferich um die Zweite Reihe Neubergstraße und den Gänsberg, in Hohenwettersbach noch um den äußeren Teil von Rehbuckel I, Rehbuckel II, in Grünwettersbach um den Sportplatz des ASV und die Friedhof-Erweiterung sowie die Thüringer Straße und in Palmbach um die Neufeld Erweiterung.

In der Diskussion bekannten sich alle Fraktionen zu der Verantwortung, in der „sehr attraktiven“ Stadt Karlsruhe bezahlbare Mietwohnungen zu ermöglichen und betonten die Wichtigkeit von Kleingartenanlagen (notfalls auf Ersatzflächen) für Mensch und Klima. Tilman Pfannkuch (CDU) hielt es in Neureut für einen „Fehler, die Freihaltungstrasse planwidrig zuzubauen“. In Hagsfeld vorsichtig vorgehen und „die Verkehrsbelastung im Auge behalten“, wollte Michael Zeh (SPD). „Auf Sicht fahren, damit Karlsruhe eine grüne und attraktive Stadt bleibt“, wünschte sich Johannes Honné (GRÜNE) ebenso wie Landschaftsschutzgebiet und Naturdenkmal für Neureut. Michael Haug (KULT) betonte die generationenübergreifende Bedeutung des Plans, strebte „Flächenverbrauch Netto Null“ an, wollte den Vorrang von Innen- vor Außenentwicklung und die Aufgabe der Nordtangentenplanung.

„Fingerspitzengefühl bei der Flächenausweisung“ verlangte Thomas H. Hock (FDP), unterstützt von Jürgen Wenzel (FW), es gehe jetzt um Prüfung und nicht um das Zubauen aller Flächen. „Lieber mehr ausweisen und dann nicht entwickeln müssen“, war das Credo von Friedemann Kalmbach (GfK). „Grenzen des Wachstums erreicht“ sah Dr. Paul Schmidt (AfD) und wandte sich gegen noch mehr Zuzug. Der Plan umfasse kein Baurecht, stellte Bürgermeister Michael Obert klar, OB Dr. Frank Mentrup betonte die Wichtigkeit des Zuzugs kreativer Menschen. -cal-

 
 

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