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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Februar 2017

Migranten: Ohne Gesundheit keine Integration

GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG: Seit zehn Jahren finden MUIMI-Treffen an Karlsruher Schulen und in Migrantenvereinen statt. Foto: Fränkle

GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG: Seit zehn Jahren finden MUIMI-Treffen an Karlsruher Schulen und in Migrantenvereinen statt. Foto: Fränkle

 

Das MUIMI-Projekt unterstützt Migranten bei persönlichen Anliegen

Migranten ist das deutsche Gesundheitssystem oft fremd, und es gilt als beschämend, außerhalb der Familie über seelische Probleme zu sprechen oder Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Mit diesen Erfahrungen sahen sich die Mitglieder des Vereins zur Unterstützung traumatisierter Migranten Karlsruhe bereits zu Beginn ihrer Arbeit konfrontiert. „Um die Gespräche mit Betroffenen zu erleichtern, fanden die ersten Treffen deshalb grundsätzlich an vertrauten Orten und zu gewohnten Zeiten statt“, erzählte die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Dr. Maria Rave-Schwank, vorige Woche bei einem Pressegespräch zum zehnjährigen Bestehen.

Mit entsprechenden Angeboten an der Russischen Schule, beim Iranischen Kulturzentrum, beim Türkischen Frauenverein und im Elterncafé der Nebeniusschule fiel 2007 der Startschuss für das MUIMI-Projekt: Muttersprachliche Information für Migranten. Bei den regelmäßig stattfindenden Treffen vermitteln Fachärzte, Lehrer oder Sozialarbeiter Informationen zu Themen wie Gesundheit, Erziehung oder Heimweh und beantworten bei einem anschließenden Gespräch weitere Fragen der vornehmlich weiblichen Besucher.

„Am Anfang waren die Teilnehmer noch sehr distanziert und haben sich nicht getraut über persönliche Anliegen zu sprechen. Das hat sich aber schnell geändert“, erinnerte sich Azadeh Hamzeh vom Iranischen Kulturzentrum. Während anfangs hauptsächlich Migranten der ersten Generation an den Treffen teilnahmen und eine Übersetzung durch einen muttersprachlichen Dolmetscher notwendig war, sind es jetzt auch vermehrt Teilnehmer der nachfolgenden Generationen, die in Deutschland zur Schule gegangen sind. Die MUIMI-Treffen sind für die Teilnehmer kostenlos, die Referenten werden aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und über einen Zuschuss der Stadt Karlsruhe bezahlt.  -cri-

 
 

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