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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Februar 2017

Stadtgeschichte: Aus Liebe zur Kunst

VERSUNKEN in seiner Arbeit: Landschaftsmaler Gustav Schönleber. Foto: Stadtarchiv

VERSUNKEN in seiner Arbeit: Landschaftsmaler Gustav Schönleber. Foto: Stadtarchiv

 

Gustav Schönleber starb vor 100 Jahren

Ecke Jahn- und Reinhold-Frank-Straße erinnert an Gustav Schönleber seine imposante, freskengeschmückte Villa im Renaissance-Stil, einst gesellschaftlicher und künstlerischer Mittelpunkt der Stadt.

Nebenan in der Kunstakademie lehrte der 1851 im württembergischen Bietigheim geborene Kaufmannssohn seit 1880 als im In- und Ausland geschätzter Professor 33 Jahre lang Landschaftsmalerei. Und machte die Hochschule, die hier seit jeher einen wesentlichen Schwerpunkt hatte, endgültig zu einer der ersten Adressen. „Schaffen aus Liebe zur Kunst“ lautete das Credo des Schwaben, der  nach dem Stuttgarter Gymnasium zunächst eine Maschinenbaulehre absolviert hatte.

Anschließend besuchte er nach der Oberrealschule noch das Polytechnikum, bis ein Verwandter den Vater vom Talent des Jungen überzeugte, der von sich sagte. „Ich war immer derjenige, der zeichnete und malte, woher die Liebhaberei kam, weiß ich nicht.“ Seinem „Trieb, Fremdes und Wunderbares in der Natur zu suchen“, konnte er am besten in einer Privatschule nachgehen. Er entschied sich für die des  Münchners Adolf Lier, als dessen begabtester Schüler er schnell galt.

Früh folgten zahlreiche Ausstellungen, ob in München, Berlin, Dresden oder Karlsruhe. Letztere und sein nach 40 Jahren rund 4000 intime Studien sowie dekorativ komplex komponierte Gemälde umfassendes Werk weisen ihn heute noch als bedeutenden Landschaftsmaler im Umfeld von Arnold Böcklin oder Hans Thoma aus. Gefunden hatte er, auch während vieler Reisen nach Italien, aber vor allem Holland und Frankreich zu einem allseits akzeptierten, ganz eigenen idyllischen Stil zwischen Realismus, Romantik  und Impressionismus.

Charakteristisch für den leidenschaftlichen Freiluftmaler waren von Nahsicht geprägte, harmonisierende Stimmungslandschaften mit Schwerpunkt auf organisch gewachsenen Motiven wie Architektur, Wasser und Atmosphäre, gerne aus seiner Heimat, etwa dem geliebten Besigheim.  Schönleber, zu dessen Schülern Friedrich Kallmorgen und   Gustav Kampmann zählten, starb am 1. Februar 1917, begraben wurde er auf dem Hauptfriedhof.
-cal-

 
 

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