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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Januar 2018

Stadtgeschichte: Er lebte für die Kunst

JAN LAUTS im Botanischen Garten. Foto: StA

JAN LAUTS im Botanischen Garten. Foto: StA

 

Kunsthistoriker Jan Lauts starb vor 25 Jahren

Er zählte zu den bedeutendsten Direktoren der Kunsthalle: Jan Lauts, dessen Todestag am 19. Januar 1993 nun 25 Jahre zurückliegt. Aufbauend auf den Früchten seiner Vorgänger, profitierte der Experte, der ohne Dünkel allen freundlich begegnete, vom Beschluss der Landesregierung, 1957 aus Lottomitteln einen Etat für Kunst einzurichten.

Für die Kunst lebend,  bereicherte er das Haus auf der Grundlage seiner altdeutschen, niederländischen und französischen Malerei beispielsweise um die beiden Grisaillen mit weiblichen Heiligenfiguren von Grünewald, das Bildnis der Marchesa Veronica Spinola von Rubens, das Kinderbild „Le petit Lange“ von  Manet, die „Improvisation 13 von Kandinsky oder Kokoschkas „Montblanc bei Chamonix“, sowie Werke von Bonnard, Sisley, Cézanne oder Beckmann.

Ohne persönlichen Ehrgeiz reihte der Mann der leisen Töne die Kunsthalle nach dem Krieg in die international beachteten Museen ein und holte mit Galerieabenden, in denen er  große kulturhistorischen Perspektiven entwickelte, auch die Karlsruher in die Hans-Thoma-Straße. 1908 in Bremen geboren, studierte er in Berlin, München, Wien und Hamburg Kunstgeschichte, Archäologie und Italienisch, promovierte bei Erwin Panofsky und kam 1939 aus Berlin als Kurator nach Karlsruhe.

Mit seinem Vorgänger Kurt Martin baute er 1946 das beschädigte Haus, dessen Bestand jedoch nahezu unversehrt war, wieder auf. Maßstäbe setzte Lauts, der 1956 Chef wurde, 1959 mit seiner weltweit rezipierten Hans-Baldung-Grien-Schau und  Publikationen wie  den  Katalogen Alter und Neuerer Meister der Kunsthalle, Monografien und Aufsätzen. Seit 1963 Professor an der TH, seit 1966 an der Kunstakademie, wurde er 1973 nach Verleihung des Bundesverdienstkreuzes pensioniert.

Danach sichtete er sieben Jahre die immensen Quellen über Markgräfin Karoline Luise. Seine  sorgfältig erarbeitete, trotzdem leicht und flüssig lesbare Biografie über die geistige Gründerin der Kunsthalle, deren 200 Werke umfassendes „Mahlereikabinett“ den unschätzbar wertvollen Grundstock des Hauses bildet, bietet  uneingeschränktes Lesevergnügen. -cal-

 
 

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