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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Januar 2018

Zoologischer Stadtgarten: Bauen für Dickhäuter und Luchs

DIE ELEFANTEN RANI UND NANDA stehen auf ihrer Außenanlage. Im Hintergrund ist der Bauzaun rund um das alte Südamerikahaus zu sehen. Und auch für die Luchse wird derzeit gebaut. Foto: Zoo

DIE ELEFANTEN RANI UND NANDA stehen auf ihrer Außenanlage. Im Hintergrund ist der Bauzaun rund um das alte Südamerikahaus zu sehen. Und auch für die Luchse wird derzeit gebaut. Foto: Zoo

Foto: Zoo

Foto: Zoo

 

Zwei Projekte aus dem Zookonzept nehmen Gestalt an / Erweiterung Außenanlage für Elefanten-Altersresidenz / Luchs-Gehege am Lauterberg

Papagei Rosalinda und die anderen Bewohner des Südamerikahauses sind bereits umgezogen, die Elefanten können zuschauen, wie sich ihr Außenrevier bis zum Herbst von 1.000 auf mehr als 3.000 Quadratmeter Fläche vergrößert und die Luchse erhalten bis Sommer ihr naturnahes Domizil am Lauterberg. Im Zoo nehmen zwei im Zookonzept verankerte Bauprojekte Gestalt an.

Der Umbau der Außenanlage der Altersresidenz für Asiatische Elefanten hat mit dem Rückbau des maroden Südamerikahauses begonnen, das im Bereich der neuen, fast bis zum Kanal reichenden Außenanlage liegt. „Eine Sanierung hätte sich wirtschaftlich nicht gerechnet", informierte Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Alle Tiere wurden anderswo im Zoo untergebracht. Ara Douglas, bekannt als Papagei Rosalinda aus dem Film Pippi in Taka-Tuka-Land, ist mit Partnerin Rubin ins Exotenhaus umgezogen. Beiden wurde ein großes Klettergerüst bei den Riesenschildkröten gebaut.

Beläge wie Pflaster, Asphalt, Beton, Sand und Rasen sollen weitgehend erhalten bleiben, um den Elefanten in ihrem neuen Außenrevier unterschiedliche Böden anzubieten. Gleiches gilt für die Bäume, die als Schattenplätze dienen. Im künstlichen Baum werden Versorgungsanschlüsse versteckt. „Um die Bedürfnisse von Tieren, Pflanzen und Besuchern zu berücksichtigen und einen echten Hingucker zu schaffen, haben wir einen kleinen Wasserfall für die Elefanten und Seilzuganlagen eingeplant", so Zoo-Architektin Eva Kaltenbach.

Die mit 1,29 Millionen Euro vergrößerte Anlage bietet bessere Möglichkeiten, Neuzugänge an die bestehende Gruppe heranzuführen. Zoogäste können künftig auf einer Art Tribüne die Tiere beobachten. Gehen die Elefanten am späten Nachmittag ins Haus, dürfen die Flusspferde das Außengelände nutzen. "So können wir mit einer Anlage und wechselndem Tierbesatz beiden Arten deutlich mehr Raum bieten", betonte Reinschmidt. Die Tiere sind während der Bauzeit auf der Außenanlage von der Stadtgartenseite her sichtbar. Treffpunkt für Führungen ist nun am Giraffenhaus.

Rund 800.000 Euro investiert die Stadt in das Luchs-Gehege, welches am Lauterberg wie ein Bergausschnitt im Schwarzwald gestaltet wird. Mit rund 1.100 Quadratmetern ist es zehnmal so groß wie das bisherige im Raubtierhaus. Bäume, Trockenmauern, Steilhänge und flache Bereiche werden sich abwechseln. Den Arbeiten im oberen Teil der Anlage an einer der beiden Aussichtsplattformen folgen Bodenarbeiten, dann die Blockhütte, die den Tieren auch als Wetterschutz dient.

Die äußerst abwechslungsreiche Anlage soll Mensch und Tier gefallen. So ist ein beheizter Fels für Zoogäste gut einsehbar - und dürfte für die Tiere zum Lieblingsort werden. Für Beschäftigung sorgt ein Beutezug, an dem Futter quer über die Anlage gezogen werden kann. Der Lauterberg mit den Luchsen werde mitten in der Stadt zum Vorposten für den Nationalpark, erläutert Reinschmidt. -rie-

 
 

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