Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. März 2018

Drogenkommission: Skeptiker sind längst überzeugt

Drogenkonsumraum in Bochum / Städtische Drogenkommission informierte sich vor Ort über Angebot

Bochum betreibt seit 2002 einen Drogenkonsumraum – und Karlsruhe diskutiert, ob ein solches Angebot zur Entschärfung der Situation am Werderplatz beiträgt. Aus den Erfahrungen der Bochumer lernen wollte darum kürzlich die städtische Drogenkommission mit Bürgermeister Martin Lenz an der Spitze.

Durchweg positiv sei das Fazit nach sechzehn Jahren, erfuhren die Karlsruher bei ihrem Besuch vor Ort im Gespräch mit der dortigen Sozialdezernentin Britta Anger sowie mit Fachleuten der Einrichtung, aus Gemeinderat und Verwaltung. Auch Bochum hatte zuvor mit einer offenen Drogenszene, deren negativen Begleiterscheinungen und Beschwerden aus der Bevölkerung zu kämpfen. Die anfängliche Skepsis sei gewichen. Obwohl der Drogenkonsumraum in der Innenstadt und in der überregional bekannten Kneipenmeile „Bermudadreieck“ liege, gebe es keinerlei Probleme mit Bürger- und Anwohnerschaft. Auch Gewerbetreibende in der Nähe sähen die Einrichtung der geschützten Stätte positiv, seit deren Inbetriebnahme habe der illegale Konsum auf den Toiletten ihrer Lokale aufgehört.

Der langjährige Leiter der Einrichtung, Torsten Polesch, berichtete aus der Praxis. Die Kombination aus konsequenter Akzeptanz der Erkrankten, Drogenkonsumraum und medizinischer Ersthilfe habe sich bewährt, das Angebot werde angenommen, die Drogentodesfälle seien zurückgegangen. Einig waren sich die Bochumer Verantwortlichen in der Einschätzung, dass konzertiertes Vorgehen und Einbeziehung aller Beteiligten für das Gelingen des Projekts ausschlaggebend gewesen seien. In der „Projektgruppe Drogen“ arbeiten in Bochum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts, des Gesundheitsamts, der Ordnungs- und Sicherheitsbehörden sowie der beteiligten Träger und Verbände zusammen.

Gemeinsame Ziele sind die Versorgung drogenabhängiger Menschen zu gewährleisten, das Stärken des Sicherheitsgefühls von Bürgerinnen und Bürgern und das Verhindern der Bildung größerer Drogenszenen. Der Karlsruher Gemeinderat diskutiert das Thema Drogenkonsumraum in der nächsten Sitzung am 20. März. -red-/-maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe