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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. März 2018

Unfallbilanz: Den Kontrolldruck weiter erhöhen

Polizei legt „traurige Unfallbilanz“ 2017 vor / Deutlich mehr Verkehrstote als im Vorjahr

Polizeidirektor Ralf Gerber sprach von einer „traurigen Bilanz“, als er am vergangenen Freitag den Medien die Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe für das Jahr 2017 vorstellte. Der Leiter des Führungs- und Einsatzstabs hatte dabei vor allem die deutliche Zunahme bei der Zahl der Verkehrstoten im Blick. Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums war die Zahl von 30 tödlich Verunglückten im Jahr 2016 auf 51 im vergangenen Jahr gestiegen.

Im Karlsruher Stadtgebiet war die Zunahme sogar noch deutlicher: 2016 war „nur“ ein Mensch durch einen Verkehrsunfall in der Fächerstadt ums Leben gekommen, 2017 hingegen verloren elf Menschen auf den Straßen der Stadt ihr Leben.

Die Gesamtbetrachtung der Langzeitstatisik, die für 2015 fünf, für 2014 vier und für 2013 zwölf Verkehrstote aufweist, relativiert den Anstieg von 1.000 Prozent von 2016 auf 2017 zwar ein wenig, verbessere das „erschreckende Ergebnis“ aber nicht, betonte Gerber. Und auch die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Karlsruhe war in die Höhe gegangen. Sie stieg von 2016 um 2,6 Prozent auf 10.731 im Jahr 2017. Erfreulich dabei: der deutliche Rückgang bei den Schwerverletzten um 17,3 Prozent gegenüber 2016 auf 177 Personen 2017. Ebenfalls in diesem Zeitraum zurückgegangen waren die Unfälle mit Straßenbahnen (um 15 Prozent), Motorrädern (um 6 Prozent) und Radfahrern (um 4,6 Prozent).

Als Hauptursachen für die Verkehrsunfälle nennt die Statistik Missachtung der Vorfahrt, überhöhte Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Und Verstöße gegen die Anschnallpflicht. Speziell gegen diese Ursachen hatte das Polizeipräsidium 2017 ein flächendeckendes Konzept präventiver und repressiver Maßnahmen wie Geschwindigkeitskontrollen an unfallträchtigen Orten aufgelegt. Doch dies habe vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen „nur zum Teil gegriffen, seine Wirkung nicht voll entfaltet“, setzen Polizeidirektor und die weiteren Verantwortlichen des Präsidiums jetzt auf eine Erhöhung des Kontrolldrucks. Ziel dabei ist, so Gerber, „die Einsichtsfähigkeit der Verkehrsteilnehmer zu schärfen und dadurch wiederum Änderungen im Verhalten zu erreichen“. -trö-

 
 

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