Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. März 2018

Europäische Kulturtage: Plädoyer für weltoffene Gesellschaft

AUFBRUCH IN DIE KULTURTAGE: Vielerlei Impulse versprechen sich Generalintendant Peter Spuhler, Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Bürgermeister Dr. Albert Käuflein vom Festival.

AUFBRUCH IN DIE KULTURTAGE: Vielerlei Impulse versprechen sich Generalintendant Peter Spuhler, Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Bürgermeister Dr. Albert Käuflein vom Festival.

DAS STÜCK RADIKALE AKTE verwebt Momente der Frauengeschichte mit aktuellen Erfahrungen von Frauen und Mädchen. Foto: pr

DAS STÜCK RADIKALE AKTE verwebt Momente der Frauengeschichte mit aktuellen Erfahrungen von Frauen und Mädchen. Foto: pr

DAS KULTMUSICAL HAIR lädt zur Zeitreise in die Welt der Hippies mit der alten Forderung nach Frieden, Freiheit und Toleranz. Foto: pr

DAS KULTMUSICAL HAIR lädt zur Zeitreise in die Welt der Hippies mit der alten Forderung nach Frieden, Freiheit und Toleranz. Foto: pr

 

„Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“: Festival mit über 80 Veranstaltungen

Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen. Die gemeinschaftliche Idee gerät ins Wanken, Populisten und Nationalisten feiern Erfolge. Den vielschichtigen Veränderungen widmen sich vom 20. April bis 5. Mai die die 24. Europäischen Kulturtage mit dem Titel „Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“.

In über 80 Veranstaltungen beleuchtet das von Stadt Karlsruhe, Badischem Staatstheater und 34 Partnern der lokalen Szene veranstaltete Festival gesellschaftliche Aufbrüche der Geschichte, neue Wege der Künste, Gefährdungen der Gegenwart und mögliche Zukunftsszenarien. Dabei rücken auch die verschiedenen runden Jahrestage revolutionärer Ereignisse in den Fokus, derer 2018 gedacht wird: die Märzrevolution von 1848, die Novemberrevolution 1918, aber auch die Revolten der 68er.

Karlsruhe bekenne sich „zu Demokratie und Menschenrechten als Frieden stiftendes Element für Europa“ unterstrich Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein bei der Pressekonferenz im Staatstheater die verbindende Kraft der Kultur. Für das Funktionieren einer Demokratie „ist die Freiheit der Kunst der Lackmus-Test“ machte Peter Spuhler, Generalintendant des Badischen Staatstheaters, deutlich. Und Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche wertete die Position der Frauen als „Gradmesser“ für die Offenheit einer Gesellschaft.

Die Kulturtage beginnen am 20. April mit einem Dreiklang aus historischer Erinnerung, gesellschaftlicher Debatte und künstlerischer Auseinandersetzung. Nach der Eröffnung der Ausstellung „Revolution! Für Anfänger*innen“ im Badischen Landesmuseum, folgt ein Festakt im Rathaus. Weiter geht es im Staatstheater mit der Uraufführung des Volkstheater-Stücks „Radikale Akte“, das Momente der Frauengeschichte mit den aktuellen Erfahrungen von Frauen und Mädchen verwebt, wahlweise auch mit dem Musical „Hair“ oder dem Dokumentartheater „Die Ehen unserer Eltern“. Der Eröffnungsabend klingt mit einer 68er-Party aus.

Asche betonte die kulturellen Stärken Karlsruhes: Zahlreiche Kultureinrichtungen, Gruppen und Initiativen hätten sich bei der Programmplanung eingebracht, ihnen inhaltlich genügend Freiräume zu bieten, sei „oberstes Prinzip“ gewesen. Der Badische Kunstverein zeigt zu seinem 200. Geburtstag eine Retrospektive des polnischen Künstlerduos KwieKulik, die Städtische Galerie stellt mit der Südafrikanerin Marlene Dumas und der Deutschen Rosemarie Trockel zwei der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart in den Mittelpunkt. Im Zeitzeugenprojekt „Bewegt Euch! 1968 und die Folgen“ dokumentiert das Stadtmuseum die Geschichte der sozialen Bewegungen der vergangenen 50 Jahre.

Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) lädt zur interdisziplinären Konferenz „Digitale (D)Effekte“, das ZAK (Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaften) zum Symposium „Europa in Bewegung. Gesellschaften, Werte und Frauenrechte im Aufbruch“. Aus Teheran kommt mit „I am a woman. Do you hear me?“ eine Inszenierung über Frauenschicksale ins Kleine Haus des Staatstheaters, die Produktion „Tiger und Löwe“ erinnert an über 200 Künstler, die während der stalinistischen Gewaltherrschaft in Georgien ermordet wurden, und im Gastspiel „Your Love is Fire“ verarbeitet ein syrischer Theatermacher den Krieg in seiner Heimat. Die Kinemathek hat die Reihe „Moving bodies – Gender und Feminismus im Film“ zusammengestellt, die Independent Days vergeben den Female Award für die beste weibliche Regie und der Stadtjugendausschuss steuert das pädagogische Projekt „Baustelle Zukunft: Take your Rights“ bei, dessen Ergebnisse zum Festivalabschluss im Tollhaus präsentiert werden. Weitere Informationen: www.europaeische-kulturtage.de.

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe