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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. März 2018

Planungsausschuss: Kriterien für modernen Radverkehr

iq

 

Anregungen für Rezertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune“

Dran bleiben: Das ist Anspruch der Stadt, weshalb die „Fahrradstadt Karlsruhe“ Leitprojekt im IQ-Korridorthema Mobilität ist (IQ steht für innovativ und quer). Als Richtschnur für weiteres Handeln wichtig sei, die konzeptionellen Grundlagen zu aktualisieren, betonte die Verwaltung vorige Woche in der nichtöffentlichen Sitzung des Planungsausschusses. Datenbasis zur Fortschreibung des 20-Punkte-Pro-gramms ist die schon begonnene sogenannte Modal-Split-Erhebung. Sie untersucht die Verkehrsmittelwahl, ob man Bahn, Auto, Fahrrad verwendet oder zu Fuß geht.

Für das aktualisierte Radförderprogramm sollen erneut alle Akteure des Radverkehrs über ein sogenanntes BYPAD-Verfahren beteiligt werden. Dran bleiben heißt es auch, will die Stadt 2022 ihr Engagement für den Radverkehr erneut durch die Zertifizierung „Fahrradfreundliche Kommune“ bestätigt wissen. Die für die Landesauszeichnung relevanten Kriterien können – angepasst auf die jeweilige Vor-Ort-Situation – als Qualitätskriterien für das Radfahren angesehen werden, hatten die Radexperten vorgetragen. Sie spiegeln die Erfahrung wider, „wie man heute modernen Radverkehr abwickelt“, erklärte Bürgermeister Michael Obert im Ausschuss. Der befasste sich auf Antrag der GRÜNEN mit der Landesauszeichnung.
Für eine dritte erfolgreiche Bewerbung 2022 hat das Land der Stadt bei der Rezertifizierung 2017 Auflagen mit unterschiedlicher Verbindlichkeit mitgegeben.

Sie reichen von Auflagen mit „Pflichtcharakter“, hierzu zählen die Erhebung der Verkehrsmittel-Verteilung und die Aktualisierung des Radförderprogramms, bis zur reinen Empfehlung für die Personalausstattung. Bei Letzterer legte die Prüfkommission nahe, sechs Stellen für den Radverkehr vorzuhalten. Aktuell sind es vier Stellen. Viel wurde so erreicht, etwa die Ausweisung von Radstraßen. Einige Bausteine wie personalintensive Umsetzungsplanungen, liegen laut Verwaltung jedoch auf Eis. Obert zeigte sich überzeugt, dass die Erhebung einen Radanteil von über 25 Prozent ergibt. Dann erfordere „allein die schiere Menge“ einen höheren Gang zugunsten der Radstadt.

Ziel des IQ-Leitprojekts sei es, die Nutzerzufriedenheit weiter zu erhöhen. Ein Indikator ist dabei der Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Zu den aktuellen Auflagen mit „Muss-Charakter“ gehört die Schaffung weiterer hochwertiger Radabstellanlagen. Auch das Wachsen des Radnetzes findet sich hier. Zudem geht es um den Ausbau des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Ferner erwartet wird die Weiterführung von Kampagnen. Wo das Land eher die teure Beseitigung der Schiebestrecke im RadNetz-BW am Hafensperrtor sehen würde, wäre den städtischen Radplanern an einer Investition in das innerstädtische Netz mit einer Brücke über die Südtangente für die Route von Mühlburg an den Rheinhafen mehr gelegen.

Wegen der vielen Radler sollte dem Land zufolge ein Augenmerk auf der konsequenten Einhaltung der Regelwerke liegen (Anregung mit Soll-Charakter). Um das Niveau als Radstadt weiter zu verbessern, hält es die Erhöhung des Radbudgets für geboten. Auf der Liste der Anregungen, die umgesetzt werden sollten, findet sich die Ableitung konkreter Maßnahmen aus Sicherheitsanalysen. Den Erledigt-Haken kann die Stadt voraussichtlich im April setzen, wenn die zweite Radstation am Hauptbahnhof öffnet. -rie-

 
 

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