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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. März 2018

Gemeinderat: Debatte zum Sachstandsbericht Kombilösung

MARTPLATZ BEKOMMT GESICHT ZURÜCK: Die oberirdische Baustelle für die unterirdische Haltestelle im Stadtbahntunnel verschwindet allmählich. Ende des Jahres ist auch die Pyramide wieder frei. Foto: Fränkle

MARTPLATZ BEKOMMT GESICHT ZURÜCK: Die oberirdische Baustelle für die unterirdische Haltestelle im Stadtbahntunnel verschwindet allmählich. Ende des Jahres ist auch die Pyramide wieder frei. Foto: Fränkle

 

Der Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße soll Ende 2020 und das Teilprojekt Kriegsstraße Ende 2021 fertig sein / Kritik an Kostensteigerung / Lob für Transparenz

Auf reichlich Lob für Informationspolitik und Transparenz stieß der Sachstandsbericht zur Kombilösung am Dienstag im Gemeinderat. Kritik entzündete sich in der Debatte aber an den steigenden Kosten. Der Bericht prognostiziert den Gesamtaufwand für das von Bund und Land geförderte Jahrhundertwerk auf jetzt an die 1,2 Milliarden Euro.

Nach einigen Verzögerungen zu Beginn hat der Bau der Kombilösung inzwischen voll an Fahrt aufgenommen. Die Arbeiten am Rohbau des Stadtbahntunnels gehen in ihre letzte Phase. Und auch die im April 2017 begonnenen Arbeiten für den Straßentunnel Kriegsstraße liegen nach dem von der Bauherrin Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) vorgelegten Bericht im Zeitplan. Die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels soll bis Ende des Jahres 2020 erfolgen, das Teilprojekt Kriegsstraße bis Ende 2021 fertig gestellt sein.

Oberirdisch zeigt sich der Fortschritt beim Bau des Stadtbahntunnels dadurch, dass immer mehr Baugeräte und Barrieren verschwinden, sich die Aufenthaltsqualität in der City deutlich erhöht. „Die Bürgerinnen und Bürger bekommen ihre Plätze wieder zurück“, freute sich OB Dr. Frank Mentrup vor dem Plenum über die sichtbaren Zeichen dafür, „dass wir beim Rohbau des Stadtbahntunnels auf der Zielgeraden sind“. Bei der Prognose der Gesamtkosten, die auf seine Initiative hin die Betrachtung der reinen Baukosten ablöste, machte der OB für den Sprung von 2016 auf 2017 um 100 Millionen Euro mehrere Faktoren verantwortlich.

So sei der Bau des Südabzweigs aufwändiger und schwieriger als erwartet gewesen, auch in anderen Teilen gebe es zwischen KASIG und der für den Rohbau des Stadtbahntunnels verantwortlichen Arge unterschiedliche Auffassungen über Nachträge und Mehrkosten. Und auch der weitere Ausbau berge Risiken. Die lägen alleine schon im Bauboom, der die Vergabe von Arbeiten verteuern könne.

Seiner Fraktion sei das Risiko klar, sie gehe den Weg mit, empfahl CDU-Fraktionsvorsitzender Tilman Pfannkuch, „bei den immensen Nachforderungen der Baufirmen“ weiter zu verhandeln und es „nicht auf gerichtliche Auseinandersetzungen ankommen zu lassen“. Fakt sei, „die Preise sind gestiegen“, betonte auch SPD-Stadtrat Michael Zeh. Der Bau schreite jetzt mit großen Schritten voran. Dies ermögliche, so Zeh, „dass Ende 2018 die Pyramide wieder zu sehen ist“.

Der Fraktionschef der Grünen Johannes Honné befürchtete hingegen, dass „mit der Verteuerung der Gesamtkosten um zehn Prozent in einem einzigen Jahr“ noch nicht „das Ende der Fahnenstange“ erreicht sei. Den Fehler mit der Kombilösung dürfe die Stadt nicht bei anderen Großprojekten wiederholen. KULT-Fraktionschef Erik Wohlfeil betonte den „städtebaulich positiven Aspekt“ des Teilprojekts Kriegsstraße und sah im Gesamtvorhaben „Licht und Schatten“. Die Mehrkosten seien unabdingbar plädierte FDP-Fraktionschef Tom Hoyem dafür, „jetzt nach vorne zu schauen“.

Für die AfD warb Dr. Paul Schmidt dafür, „das Projekt zu einem guten Ende zu bringen“, und GfK-Stadtrat Eduardo Mossuto zollte der „transparenten Informationspolitik“ Respekt. Für die Linke hingegen nannte Niko Fostiropoulos „die U-Strab eine verkehrspolitische Katastrophe“ und warf den Befürwortern vor, „nicht einen Satz der Selbstkritik“ geäußert zu haben. Jürgen Wenzel (FW) betonte, die Stadt müsse „aus den Fehlern für andere Großprojekten lernen“. -trö-

 
 

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