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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. März 2018

Kultur: 200 Jahre Badischer Kunstverein

ALLIANZEN FÜR DAS JUBILÄUM: Mit Vorbereitungen beschäftigt sind (von links) Antonia Marten, Didem Yazici, Mehtap Baydu, Anja Casser, Fanny Krantz und Lisa-Kathrin Welzel. Foto: Bastian

ALLIANZEN FÜR DAS JUBILÄUM: Mit Vorbereitungen beschäftigt sind (von links) Antonia Marten, Didem Yazici, Mehtap Baydu, Anja Casser, Fanny Krantz und Lisa-Kathrin Welzel. Foto: Bastian

 

Der Lichthof dient als Festsaal / Umbaupause / Jubiläums-Programm ab 1. Mai

Wenn mit dem Badischen Kunstverein (BKV) einer der ältesten Vereine Deutschlands am 1. Mai seinen 200. Geburtstag feiert, braucht es für ordentlichen Zuspruch mehr als das Übliche. Auf keinen Fall habe sie „eine klassische Geschichtsausstellung mit Katalog“ präsentieren wollen, setzte BKV-Geschäftsführerin Anja Casser auf alternative Formate, anhand derer die Historie des Hauses neu gelesen und zeitgenössisch interpretiert werden soll. Worauf sich Karlsruherinnen und Karlsruher freuen dürfen, erläuterten Casser und ihr Team kürzlich bei der Vorstellung erster Programmpunkte.

Vorerst hat der Kunstverein allerdings wegen Sanierung und Umbaus geschlossen - das Foyer wird nach Plänen von Mathis Burandt neu gestaltet und dauerhaft zum einladenden Aufenthaltsort für Gäste, den Lichthof macht die Design-Plattform Schoeder Rauch zum temporären Festival-Zentrum „Club 2.0.0.“ und der Bar-Raum erhält ein von Studierenden der Kunstakademie und ihrem Professor Franz Ackermann entworfenes Festgewand. Die Feierlichkeiten starten mit einem Festakt zum Gründungsdatum, einer Reihe von Eröffnungen und einem eigens komponierten Song. Zahlreiche Projekte mit Partnerinnen und Partnern nähern sich Geschichte und Gegenwart des Vereins. „Kapitel Eins“ dieser „Allianzen“ mit Vorträgen, Lesungen, Performances, Präsentationen und Konzerten wird bis zum Sommer aufgeschlagen, „Kapitel Zwei“ folgt im Herbst. Allzu verkopft soll es dabei nicht zugehen. Das Programm wolle „aufklären“, aber auch „zum Feiern und Spaß haben“ animieren, unterstrich Casser.

Spaß und Humor prägen auch die sozialkritischen Arbeiten des polnischen Künstlerduos KwieKulik, dem der Kunstverein als Beitrag zu den Europäischen Kulturtagen Karlsruhe die erste umfassende Retrospektive In Deutschland widmet. Das Vereinsarchiv erhält dank HfG-Studierender eine aktualisierte Website. Premiere feiert auch ein knapp einstündiges Hörspiel, das Gespräche und Spaziergänge mit Zeitzeugen und literarische Beiträge zu einem kollektiven Zeitbild verwebt. Die Architekturgeschichte des Kunstvereins nimmt eine Ausstellung im Architekturschaufenster in den Blick, eine weitere fragt nach der gegenwärtigen Situation künstlerischen Arbeitens in Karlsruhe. Zu diesem Zweck sind Kunstschaffende verschiedener Sparten und Generationen eingeladen, ihre Ateliers und Produkte vorübergehend in den Kunstverein zu verlegen. Im Oktober dann eröffnet die erste Werkschau der amerikanischen und als „Queen of Punk“ titulierten Künstlerin Kathy Acker.

Vor der mehrwöchigen Renovierungspause endet heute auch das Experiment „Pausenraum“. Immer mittags von 12 bis 14.30 Uhr gab es zehn Tage lang Gelegenheit, im Kunstverein zu entspannen, zwanglos ins Gespräch zu kommen und dabei kostenlose vegane Suppen in wechselnden Farben zu löffeln. Im besten Sinne eingebrockt hatte sie das Künstlerkollektiv fortda. -maf-

 
 

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