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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. März 2018

Staatliche Kunsthalle: Der Hof als neues Herz

INTELLIGENTER KUNSTGRIFF: Nach den Plänen von Staab Architekten (Berlin) soll der Innenhof der Karlsruher Kunsthalle um ein Geschoss tiefergelegt werden. Animationsfoto: Staab-Architekten

INTELLIGENTER KUNSTGRIFF: Nach den Plänen von Staab Architekten (Berlin) soll der Innenhof der Karlsruher Kunsthalle um ein Geschoss tiefergelegt werden. Animationsfoto: Staab-Architekten

VIEL ZU ENG: Die Kunsthalle braucht mehr Platz. Foto: Fränkle

VIEL ZU ENG: Die Kunsthalle braucht mehr Platz. Foto: Fränkle

 

Staab Architekten überzeugten beim Wettbewerb

Überraschend, einfach und klar: Mit ihrem Vorschlag zur Sanierung und Erweiterung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe überzeugte das Berliner Büro Staab Architekten beim Wettbewerb des Landes auf ganzer Linie. Das Votum des Preisgerichts fiel nach zweitägiger Sitzung einstimmig.

Der Siegerentwurf machte nicht nur Direktorin Pia Müller-Tamm „extrem glücklich“, auch Baden-Württembergs Finanzstaatssekretärin Dr. Gisela Splett war überzeugt, er biete „sehr gute Bedingungen für einen zukünftigen Museumsbetrieb“. Die Pläne verbänden „Ästhetik und Funktionalität in hervorragender Weise“ und passten zur Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe als einem der „ältesten und bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands“, sagte Kunststaatssekretärin und Jurymitglied Petra Olschowski.

Die Weiterentwicklung der renommierten Einrichtung erfolgt stufenweise: Zunächst wird im Realisierungsteil des Wettbewerbs das Bestandsgebäude saniert, im zweiten Schritt folgt der Erweiterungsbau Richtung Osten (Ideenteil), der über eine unterirdische Passage mit dem Haupthaus verbunden ist.

Was braucht es um ein Museum in die Zukunft zu führen? Staab und Architekten boten eine naheliegende Lösung, an die außer ihnen keiner dachte. Im Innenhof schlägt künftig das Herz des Museums. Er wird um ein Geschoss tiefergelegt und so weit abgesenkt, dass Besucherinnen und Besucher direkt hineingelangen. Die neue „Zentrale“ mit umlaufender Balustrade beherbergt Kasse, Shops und Café und lässt sich als Aktionsfläche nutzen. An einem Kopfende sind einem kleinen Theater ähnelnd über die gesamte Breite Stufen angelegt, am anderen bilden drei Bögen den Zugang zum Neubau. Der Zeitplan ist noch ungewiss. Man steige nun in konkrete Planungen und in die Ermittlung belastbarer Kosten ein, erklärte Gisela Splett. Für die Erweiterung müsste das Karlsruher Amtsgericht weichen. Die Verhandlungen liefen, so Splett, mit einem ersten Rücklauf möglicher Alternativen rechne sie Mitte des Jahres.

„Bis zur Erschöpfung“ habe das 40-köpfige Preisgericht getagt, schilderte dessen Vorsitzender Professor Matthias Sauerbruch. Es habe gegolten, die Einzelteile des sensiblen Bestands zu respektieren, die aus vier Epochen stammenden Museumsflügel der Baumeister Heinrich Hübsch, Josef Durm, Heinrich Amersbach und Heinz Mohl zu erhalten und neu in Beziehung zu setzen. Der Beitrag von Staab Architekten sei „in ihrer Zurückhaltung sehr selbstbewusst“, die anspruchsvolle Gemengelage mit einem „intelligenten Kunstgriff“ hervorragend gelöst, das Sparsame mit dem Guten verbunden worden. Auch habe Heinz Mohl die Entwürfe laut Sauerbruch begutachtet und den Plänen „seinen Segen“ erteilt. Der zweite Preis ging an Auer Weber aus München, außerdem wurden vier Anerkennungen vergeben. Die eingereichten Wettbewerbsarbeiten sind bis 27. Mai täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr in der Kunsthalle ausgestellt. -maf-

 
 

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