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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. März 2018

Woche der Brüderlichkeit: Mit Liebe zum Dialog

LIEBE ALS WEG ZUM DIALOG: Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler (3.v.r.) mit BM Stapf (2.v.l.), GCJZ-Geschäftsführerin Rosenberg (Mitte) und weiteren Repräsentanten der Gesellschaft. Foto: Homberg

LIEBE ALS WEG ZUM DIALOG: Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler (3.v.r.) mit BM Stapf (2.v.l.), GCJZ-Geschäftsführerin Rosenberg (Mitte) und weiteren Repräsentanten der Gesellschaft. Foto: Homberg

 

Theologe Schöttler eröffnete Woche der Brüderlichkeit

„Der beste Weg zum Brückenbau ist die Liebe!“ Dieses Fazit zog der katholische Theologieprofessor Dr. Heinz-Günther Schöttler bei seiner Rede zur Eröffnung der Karlsruhe Woche der Brüderlichkeit am Sonntag im Bürgersaal des Rathauses. Bundesweit steht die Woche der Brüderlichkeit in diesem Jahr unter dem Motto „Angst überwinden – Brücken bauen“. Dies sei, so Schöttler, eigentlich ein Thema für einen Philosophen und nicht für einen Theologen. Trotzdem wollte er sich daran wagen.

Schöttler bildet an der Uni Regensburg und am Abraham-Geiger-Kolleg der Uni Potsdam katholische Priester und jüdische Rabbiner in der Kunst der Predigt aus. Dies allein, so Schöttler und auch Bürgermeister Klaus Stapf bei seiner Begrüßung, sei schon ungewöhnlich. Schöttler holte aber bei seiner Ansprache zum Rundumschlag gegen seine eigene katholische Kirche aus. Er kritisierte deutlich den nach wie vor bestehenden Anspruch, die Juden zu missionieren und zum Christentum zu bekehren. Dies werde unter anderem in den Fürbitten zum Karfreitag formuliert. Hier verhalte sich seine Kirche auch 2000 Jahre nach der Gründung pubertär. Er forderte sie auf, endlich erwachsen zu werden.

Nur so könne es zu einem Dialog auf Augenhöhe zwischen Christentum und Judentum kommen. Er begründete dies mit theologischen Feinheiten. Etwa damit, dass sich das Judentum direkt an Gott wende, die Christen aber zunächst an Jesus. Im kurzfristig umgeschriebenen zweiten Teil seiner Ansprache zeigte sich Schöttler entsetzt darüber, dass in der Politik aktuell wieder die Diskussion aufgeflammt sei, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht. Auch Bürgermeister Stapf hatte dieses Thema mit dem Hinweis aufgenommen, dass hier lebende Menschen selbstverständlich zu Deutschland gehörten. Und damit auch ihre Religionen, egal um welche es sich handele.

Pfarrer Ulrich Schadt, evangelischer Vorsitzender der Karlsruher Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, nahm in der Baustellenstadt Karlsruhe Schöttlers Stichwort Liebe als besten Weg zum Brückenbau auf und bedankte sich vor allem bei der jüdischen Vorsitzenden Solange Rosenberg für ihr Engagement zur Organisation der Woche der Brüderlichkeit. Infos: www.gcjz-ka.de. -erg-

 
 

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