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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. März 2018

Gemeinderat: Zusätzlich 50 PIA-Plätze

Praxisintegrierte Ausbildung für Erziehende: Gemeinderat stellte außerplan­mäßig Geld zur Verfügung

Nach einer spannenden Diskussion genehmigte der Gemeinderat auf einen kurzfristig eingebrachten Antrag der Grünen hin für das Ausbildungsjahr 2018/19 außerplanmäßig 50 Plätze für die praxisintsgrierte Ausbildung( PIA) an Kitas.

Gegen die Stimmen der CDU, die diesen Weg nicht mitgehen wollte, befürwortete das Gremium, die einmalige Aufstockung mit 31 Stimmen. OB Dr. Frank Mentrup bat allerdings, "dass akzeptiert wird, dass so eine Hauruck-Aktion nicht normal ist", man werde sich ab 9. Mai im Jugendhilfe-Ausschuss um eine gute Lösung für die folgenden Jahre bemühen. Grund für das ungewohnte Vorgehen, sei, so Renate Rastätter (GRÜNE) "die Dringlichkeit". Die vor fünf Jahren eingeführte Begrenzung auf 100 Plätze, heißt es im Antrag, habe sich als kontraproduktiv herausgestellt, denn die 31 Träger mussten nun weitere 47 Bewerbungen, die Stadt zusätzliche drei, ablehnen. Die Träger, so Rastätter, seien sehr enttäuscht über die Ablehnungen, denn es bestehe die Gefahr, dass sich die bereits gewonnenen Personen umorientierten und nicht mehr zur Verfügung ständen. Es gebe aber bis 2027 noch einen erheblichen Bedarf an Fachkräften. Die überplanmäßigen Kosten lägen jetzt bei rund 250.000 Euro, aber dank der Beteiligung der freien Träger spare man jährlich etwa 2,6 Millionen Euro. Bettina Meier-Augenstein (CDU) äußerte "Unverständnis über die Vorgehensweise", man habe im Ausschuss vor zwei Jahren die Reduktion auf 100 Ausbildungsplätze beschlossen und müsse jetzt wegen der insgesamt in die Million gehenden Kosten den Sitzungstermin am 9. Mai abwarten. Außerdem fragte sie sich, ob die so geförderten Erzieherinnen und Erzieher auch anschließend in der Stadt blieben. Als "hervorragendes Instrument" bezeichnete Yvette Melchien PIA. Kostenintensiv, aber sehr kostbar, es gelte aber, auch eine Beteiligung des Landes einzufordern. Dank der Antwort auf eine SPD-Anfrage zu PIA lägen die Zahlen vor (2018 sind es danach 234.000 Euro, steigend bis 2021 auf 2.356.100 Euro pro Jahr), eine Aufstockung jetzt möglich. Die Träger leisteten durch die Ausbildung ihren Beitrag, wichtig sei, " ein Signal zu senden". Lüppo Cramer (KULT) verlangte "eine vertragliche Verpflichtung, dass die Azubis auch bleiben, mit Rückzahlungsforderung bei einem "Wechsel". Warum das Ganze nicht im Ausschuss vorbereitet worden sei", fragte Dr. Paul Schmidt (AfD), er verstehe das Verfahren nicht. "Wir wissen aber, dass Bedarf besteht und das Instrument funktioniert." Woher die Mittel bei sofortiger Aufstockung kämen, wollte Friedemann Kalmbach (GfK) wissen und war bereit, "Geld in den nächsten Haushalt einzustellen". Renate Rastätter machte abschließend klar, dass bei sofortiger Genehmigung der Plätze die Träger noch zum 1. September einstellen könnten. Diese würden außerdem "prüfen, ob es Leute sind, die in Karlsruhe wohnen und daher auch bleiben werden". -cal-

 
 

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