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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. März 2018

Inklusion: Weiter auf dem Weg

SICHTBARE ZEICHEN: Wie hier an der Tullastraße bauen die Verkehrsbetriebe Bahn-Haltestellen im Stadtgebiet barrierefrei aus. Foto: Fränkle

SICHTBARE ZEICHEN: Wie hier an der Tullastraße bauen die Verkehrsbetriebe Bahn-Haltestellen im Stadtgebiet barrierefrei aus. Foto: Fränkle

 

Von Leichter Sprache bis zu barrierefreien Haltestellen: Bericht zeigt Aktivitäten für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Karlsruhe ist weiter auf dem Weg zur Inklusion. Dies zeigt auch der Jahresbericht 2017 des Beirats für Menschen mit Behinderungen und der kommunalen Behindertenbeauftragten. Die darin aufgelisteten Aktivitäten stießen in der jüngsten Plenarsitzung des Gemeinderats auf einhellige Zustimmung.

"Wir haben auf kommunaler Ebene ein hervorragendes Miteinander", hob Bürgermeister Martin Lenz vor dem Plenum als Beweis dafür "das neue Dreigestirn" hervor. Und das leiste "hervorragende Arbeit", waren sich sämtliche Sprecherinnen und Sprecher mit Stadträtin Elke Wiedemann (CDU) und SPD-Stadtrat Dr. Raphael Fechler einig. Zu der quer durch die Fraktionen und Gruppierungen gelobten Trias gehören der Beirat für Menschen mit Behinderungen um seine neue Vorsitzende Margit Schönfeld, seit Herbst 2016 die weisungsunabhängig agierende kommunale Behindertenbeauftragte Ulrike Wernert und die städtische Behindertenkoordinatorin Marion Schuchardt. Das Jahr 2017 war für die Interessenvertretung der Menschen mit Behinderungen jedoch nicht nur personell von einer Neuorientierung geprägt, sondern auch in der Verteilung der Aufgaben. So übernahm Ulrike Wernert im Mai von Marion Schuchardt die Geschäftsführung des ehrenamtlich tätigen Beirats.

Trotz des Umbruchs stemmten die Akteure zahlreiche Aktionen und Aktivitäten im Sinne der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Handicap in der Gesellschaft. Ulrike Wernert etwa machte sich in sechs Sprechstunden in Stadtteilen ein Bild davon, wie es jeweils vor Ort um die Barrierefreiheit bestellt ist, beantwortete Fragen, nahm Wünsche und Anregungen entgegen. Sie knüpfte das Netzwerk der kommunalen Behindertenbeauftragten auf Landes- und Bundesebene enger, prüfte zusammen mit jungen Beschäftigten der Hagsfelder Werkstätten die Internetseite von "Das Fest" auf Barrierefreiheit und organisierte einen Workshop für das Sicherheitspersonal des Festivals in Sachen richtiger Umgang mit Menschen mit Handicap. Der 36 Seiten starke Bericht nennt darüber hinaus noch die Ausstellung zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen.

Die Auflistung ist übrigens in Teilen auch in Leichter Sprache verfasst. Dieses Arbeitsfeld wird für kommunale Behindertenbeauftragte und Beirat immer wichtiger. Mit Unterstützung des Gemeinderats. Elke Wiedemann etwa freute es, dass die Akteure "die barrierefreie Kommunikation auf Schild gehoben haben". Und sich darüber hinaus "für alle Menschen einsetzen, die ein Handicap haben", hatte sie dabei vor allem die Senioren im Blick. Raphael Fechler führte die ebenfalls im Bericht genannten Aktivtäten in Sachen barrierefreier Wohnraum. Neugestaltung der Kaiserstraße oder barrierefreier Ausbau des ÖPNV an. Die dabei "hervorragend Kooperation mit den Verkehrsbetrieben" unterstrich Stadtrat Michael Borner (GRÜNE) und sah im Beirat einen "wichtigen Ideengeber und unverzichtbaren Partner". Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) regte an, "für die Kulturtage 2020 die Barrierefreiheit als Thema auszurufen". Stadtrat Uwe Lancier (KULT) konstatierte, die gute Arbeit wirke sich "in allen Lebensbereichen aus", AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt wünschte "weiterhin gutes Gelingen". Jeder zehnte Karlsruher habe einen Schwerbehindertenausweis sah GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach die größte Aufgabe darin, "die Barrieren in den Köpfen abzubauen". Kalmbach. "Da ist vor allem Empathie gefordert". Und für Stadtrat Karl-Heinz Jooß (FDP) war klar: "Wir sind mit dieser Arbeit noch lange nicht am Ende". -trö-

 
 

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