Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. April 2018

Untere Hub: Sport Campus Durlach im Startblock

IN DER UNTEREN HUB bei der Autobahnanschlussstelle Karlsruhe-Nord soll der 20 Hektar große Sport- und Freizeitpark entstehen. Die Visualisierung des Planungsbüros HDK Dutt & Kist GmbH zeigt das Projekt.

IN DER UNTEREN HUB bei der Autobahnanschlussstelle Karlsruhe-Nord soll der 20 Hektar große Sport- und Freizeitpark entstehen. Die Visualisierung des Planungsbüros HDK Dutt & Kist GmbH zeigt das Projekt.

 

Rege Beteiligung bei Präsentation des Entwurfs

Bebauungsplanverfahren für Sport- und Freizeitpark Untere Hub soll im Juli beginnen

"Wenn es gut läuft, könnte es schon im Mai 2020 einen rechtskräftigen Bebauungsplan für den "Sport und Freizeitpark Untere Hub" geben", zeigte sich Baubürgermeister Michael Obert am Mittwoch letzter Woche im vollbesetzten Bürgersaal des Durlacher Rathaus optimistisch. Mit der öffentlichen Vorstellung des städtebaulich-landschaftsplanerischen Entwurfs wurde der freiwillige Anhörungsprozess der Betroffenen beendet, das förmliche Verfahren könnte im Juli gestartet werden.

Was schon vor der eigentlichen Bürgerbeteiligung "lief" zeigte Georg Gerardi vom Stadtplanungsamt auf. Nachdem das Raumprogramm mit den Vereinen TC, DJK, ASV und Turnerschaft Durlach abgestimmt wurde, seien lediglich der mögliche Bau einer großen Mehrzwecksporthalle und die Errichtung eine SportKita hinzugekommen. Beides wurde vom Büro HDK Dutt & Kist aufgenommen, das mit der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Entwurfsplanung beauftragt ist und seine ersten Ideen im letzten November öffentlich vorgestellt hatte. Was seither von den damals vorgebrachten Anregungen aufgegriffen wurde, zeigten verschiedene Stadtvertreter auf. So zerstreute Norbert Hacker, der Leiter des Umweltamts, Bedenken hinsichtlich klimatischer Beeinträchtigungen, der Überschreitung von Grenzwerten und ökologischer Bedenken wegen der notwendigen Auffüllungen. Mit einem von 4.700 auf 14.400 Kubikmeter erhöhten Entwässerungsstauraum in Form eines Grabenumlaufs schließt Ute Heck keine Gefahr der "Durchnässung" für naheliegende Wohngebiete. "Wir haben viele Aufregungen aufgenommen, zudem wurden zwischenzeitlich die Verkehrsuntersuchungen abgeschlossen", stellte Stefan Schwarz vom Tiefbaumt eine mögliche Lösung für den Verkehrsfluss vor: Mit einer direkten Anbindung des Gebietes an die alte B10 würde automatisch die Hubstraße "untergeordnet attraktiv" für den Autoverkehr, was durch breitere Gehwege und Engstellen noch zu verstärken sei. Geprüft werde noch die mögliche Anbindung der alten B10 in Richtung Durlach. "Die Grundstücke sind zu zwei Drittel in städtischem Besitz", kündigte Bernhard Eldracher vom Liegenschaftsamt weitere Gespräche mit Grundstückseigentümern und mit den Hauptpächtern der landwirtschaftlich genutzten Flächen an, um zusätzliche Flächen zu erwerben. Ein Bodenordnungsverfahren sei zu erwarten, dabei werde aber "niemand enteignet".

"Viele Hürden wurden überwunden und Verbesserungen eingearbeitet", stellte Landschaftsarchitekt Luca Kist, den neuesten Stand seines Entwurfs für den 20 Hektar großen SportCampus vor, bevor in der von Stadtplaner Werner Gerhardt moderierten Frage- und Antwortrunde die Bürgerinnen und Bürger zu Wort kamen.

"Durlacher fahren nicht außen rum" war der Tenor zu befürchtetem Schleichverkehr und Mehrbelastungen von Dornwald- und Untermühlsiedlung. Zweifel an der Größenordnung des Projekts wurden geäußert und Fragen zu den Kosten für Bau und Unterhaltung blieben ebenso offen, wie zu einer möglichen Radanbindung über die Bahn nach Westen.

"Die Meinungen gehen weit auseinander, liegen zwischen ganz oder gar nicht. Irgendwo dazwischen werden wir rauskommen", wies Bürgermeister Obert auf den breiten Beteiligungsprozess im Bebauungsplanverfahren hin, in dem die unterschiedlichen Interessen abgewogen werden müssen. Dabei wird sich zeigen, ob der Bebauungsplan tatsächlich im Mai 2020 fertig auf dem Tisch liegt. -fis-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe