Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. April 2018

Kultur: Wichtiger Entwicklungsschub

DER 1843 ERÖFFNETE und von Friedrich Eisenlohr geplante Karlsruher Bahnhof von der Gleisseite mit Bahnsteighallen, Betriebsgebäuden und einfahrendem Zug, um 1880. Foto: StA

DER 1843 ERÖFFNETE und von Friedrich Eisenlohr geplante Karlsruher Bahnhof von der Gleisseite mit Bahnsteighallen, Betriebsgebäuden und einfahrendem Zug, um 1880. Foto: StA

 

Vor genau 175 Jahren wurde die Bahnlinie Karlsruhe-Heidelberg 1843 eröffnet

"So oft ein Bahnzug abgeht oder kommt, wimmelt es hier von Leuten, die theils um mitzufahren, theils um Freunde zu erwarten oder als neugierige Zuschauer sich hier zusammendrängen, und es ist wirklich auch ein schöner Anblick, den langen Wagenzug mit größter Schnelligkeit heranrollen zu sehen, gezogen von einer Maschine, die von übernatürlicher Kraft getrieben und geleitet zu werden scheint".

So beschrieb der Autor Eugen Huhn 1843 das Treiben am Karlsruher Bahnhof nach der Eröffnung der Bahnlinie Karlsruhe/Heidelberg am 10. April des Jahres. Nachdem 1835 die erste deutsche Eisenbahnlinie in Bayern in Betrieb gegangen war, hielt die badische Regierung die Zeit für gekommen, auch in Baden dieses neue Verkehrsmittel einzuführen. 1838 beschloss der Landtag den Bau dieser Staatsbahn entlang der Rheinschiene von Mannheim nach Basel.

Der Architekt Friedrich Eisenlohr plante die Bahnhöfe an der gesamten Strecke zwischen Mannheim und Freiburg und legte außerdem Modellpläne für die über 300 zu errichtenden Bahnwärterhäuser vor. In der Maschinenfabrik von Emil Kessler und der Waggonfabrik Schmieder & Mayer an der Beiertheimer Allee wurden die ersten badischen Lokomotiven, Personen- und Güterwagen hergestellt. Das Empfangsgebäude in Karlsruhe wurde als repräsentativer Stadtzugang am Ettlinger Tor gestaltet. Nach der Stadterweiterung der Südstadt durchschnitt die Bahnlinie allerdings das Stadtgebiet. Daher wurde 1902 deren Verlegung an den Südrand der Stadt beschlossen und 1913 konnte der heutige, von August Stürzenacker geplante Hauptbahnhof eröffnet werden. Das Hauptgebäude des alten Bahnhofs mit seinem Turm blieb aber zunächst erhalten. 1934 errichtete man im Anschluss an dieses Gebäude die städtische Markthalle auf den ehemaligen Gleis- und Betriebsanlagen, die bis 1970 in Betrieb war. Für den Neubau des badischen Staatstheaters, das 1975 eröffnet wurde, wurden dann alle Gebäude abgerissen. -pr-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe