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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. April 2018

Immobilienmarktbericht: Aufwändige Datenanalyse

AUSBLICK FÜR DAS NEUE WOHNEN: Das frühere Sportplatzgelände des VfB Knielingen gehört zu den Flächen, die dem künftigen Wohnungsmarkt zugute kommen. Foto: Fränkle

AUSBLICK FÜR DAS NEUE WOHNEN: Das frühere Sportplatzgelände des VfB Knielingen gehört zu den Flächen, die dem künftigen Wohnungsmarkt zugute kommen. Foto: Fränkle

 

Im Schnitt Preissteigerungen im einstelligen Bereich

Die Preise auf dem Karlsruher Immobilienmarkt gingen 2017 weiter nach oben - wenngleich mit leichtem Rückgang bei durchschnittlichen Steigerungen im einstelligen Bereich Erneut wechselten 2017 weniger Immobilien den Eigentümer (2017: 2.272, 2016: 2.377).

Auf dem Immobilienmarkt bestimmt das - knappe - Angebot den Preis, der zusätzlich beeinflusst wird durch Faktoren wie Zinspolitik und individuelle Präferenzen. Kernaussagen, die sich aus dem Immobilienmarktbericht 2017 ableiten lassen. Der Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten hat ihn letzte Woche unter Vorsitz von Dr.-Ing. Michael Mürle beschlossen und gibt so Kaufinteressenten wie Fachleuten erneut eine fundierte Datenlage an die Hand.
Um die fünf Prozent stiegen 2017 die Preise für bebaute Grundstücke. Den höchsten Zuwachs gab es bei Weiterverkäufen von Wohnungseigentum (7,6 Prozent). Mit 1.050 entfiel knapp die Hälfte aller Kauffälle auf dieses WEG-Marktsegment. „Im Mittel lag der Preis für eine 70 Quadratmeter große Wohnung bei 165.000 Euro“, erläutert Marc-Simon Vetter von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Bei unbebauten Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser erreichte der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr rund neun Prozent.

Bei Erstverkäufen mussten Käufer 2017 im Schnitt 200 Euro mehr pro Quadratmeter bezahlen. Dabei zeigt sich bei den 106 Kauffällen mit Preisspanne von rund 2.800 bis knapp 5.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, dass die Lage immer unwichtiger wird. „Man kauft, wo man zum Zuge kommen kann“, so Rüdiger Huck, Leiter der Geschäftsstelle. Auf rund 430.000 Euro taxiert der Ausschuss ein gebrauchtes Reihenhaus (Baujahr 2000 in mittlerer Lage). Dafür erhielt man rund 130 Quadratmeter Wohnfläche auf 220 Quadratmeter großem Grundstück. Erneut berechnet wurden Vergleichsfaktoren. Um trotz geringer Kauffälle eine solide Grundlage zu erhalten, wurde die Preise der letzten beiden Jahre herangezogen. Das bedingt einen aufwändigen Abwägungsprozess, um bei allen verfügbaren Daten deren zeitlich bedingten Einflüsse zu berücksichtigen. Ganz generell sei ein „ruhiger“ Immobilienmarkt eine Herausforderung. „Rückläufige Kauffallzahlen machen uns mehr Arbeit“, so Huck und Vetter.

Was wie ein Widerspruch klingt, erklärt sich durch die - mangels Masse - erforderlichen „Stützungsmaßnahmen“, zu denen Lagewertverfahren oder Miet-Erhebung gehören. Um zu einer gesicherten Ergebnisfindung zu kommen, ist also mehr Aufwand erforderlich. Für 2018 gehen sie von ähnlichem Preisanstieg wie 2017 aus. Etwas entspannter könnte es werden, wenn größere, schon angestoßene Projekte auf den Markt kommen. Infos ab 20. April: www.karlsruhe.de/bauen über Gutachterausschuss (Print 50, pdf-Version 40 Euro). Kontakt: Telefonnummer 133-3092, E-Mail gga@karlsruhe.de. -rie-

 
 

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