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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. April 2018

Gemeinderat: Stadionneubau im Wildpark

DIE STADIONWÄLLE können nicht als Fundament für die neuen Tribünen genutzt werden. Das Material wird abgetragen, nach Kampfmitteln und Kriegslasten untersucht und nur ein Teil wieder eingebaut.  Foto: Fränkle

DIE STADIONWÄLLE können nicht als Fundament für die neuen Tribünen genutzt werden. Das Material wird abgetragen, nach Kampfmitteln und Kriegslasten untersucht und nur ein Teil wieder eingebaut. Foto: Fränkle

 

Klares Votum zur Kostenübernahme / Stadt übernimmt als Bauherrin 9 Millionen Euro an Grundstücksvorbereitungskosten

Mit großer Mehrheit (30 Ja-, 16 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung) stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zu, das Gesamtbudget für den „Vollumbau Wildparkstadion“ um rund 9 Millionen Euro auf 122,95 Millionen Euro aufstocken. Damit können unvorhergesehene Kosten für Kampfmittelerkundung und zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs übernommen werden.

Keine Mehrheit (13 Ja-, 31-Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen) fand ein Antrag der KULT-Fraktion, die Beratung bis nach Saisonende zu verschieben. Die Ligazugehörigkeit ändere nichts an der Planung für die Zukunft, eine Verknüpfung mit der sportlichen Leistung mache keinen Sinn, hielt Oberbürgermeister Dr. Mentrup KULT-Fraktionschef Erik Wohlfeil entgegen. „Die Wälle müssen sicher sein, es gibt keine Alternative“, erteilte Detlef Hofmann (CDU) neuen Grundsatzdebatten ebenso wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi eine Absage.

„Die Öffentlichkeit wartet auf die endgültige Entscheidung, die Hausaufgaben wurden von Stadt und KSC gemacht“, lobte Marvi die Fortsetzung der Transparenz bei diesem Projekt. „Die Verantwortung für das Grundstück liegt beim Bauherrn“, sprach Ekkehard Hodapp (GRÜNE) von einer „städtischen Geldgeschichte“. Mit dem Kostenrisiko sei bisher fahrlässig umgegangen worden. „Ein Stadionneubau um jeden Preis macht keinen Sinn“, plädierte Erik Wohlfeil (KULT) dafür, „Mehrkosten zu Lasten der Stadt nicht weiter herauszurechnen“. Stattdessen empfahl er einen Neuanfang für den abschnittsweisen Neubau eines bodenständigen Stadions. „Der KSC zahlt jetzt schon jetzt keine Pacht, wie soll er das in Zukunft leisten können“, ging Niko Fostiropoulos (Die Linke) bei weiter explodierenden Kosten von Gesamtkosten von über 200 Millionen Euro aus.

Der Antrag der beiden Die Linke-Stadträte, das Gesamtprojekt einzustellen, fand keinerlei Unterstützung bei den übrigen Ratsmitgliedern. Auf der Strecke blieb ebenso der Antrag der beiden AfD-Stadträte, das Gesamtprojektbudget weiter auf 130 Millionen Euro anzuheben (3 Ja-, 42 Neinstimmen). „Wir haben vor vier Jahren bereits gesagt, dass die Baukosten viel zu optimistisch angesetzt sind“, hatten die AfD-Stadräte Marc Bernhard und Dr. Paul Schmidt die Kosten für das von den Wällen zu entsorgende Material auf 16 Millionen Euro hochgerechnet. „9 Millionen Euro reichen aus“ hielt dem OB Mentrup entgegen: Lediglich 20 Prozent des Wallmaterials sei nicht zu gebrauchen, 35 Prozent müssten entsorgt werden, der Rest werde wieder eingebaut.

„Die Wälle hätten von Anfang an den Infrastrukturkosten zugerechnet werden müssen“, war für Friedemann Kalmbach (GfK) die „Fehleinschätzung absehbar“. „Wenn wir für die Infrastruktur so viel Aufwand betreiben, sollten wir die Chance nutzen, um eine bundesligataugliche Halle im Stadionkörper zu integrieren“, warb er für Unterstützung eines Antrags der beiden GfK-Stadträte, der letztlich nur bei den beiden AfD-Stadträten Unterstützung fand. Ansonsten wurde er rundum als „zu spät“ verworfen.

Eine Verkettung von sehr vielen Fehleinschätzungen, angefangen vom Standort bis hin zu den Altlasten führte Jürgen Wenzel (FW) an, weshalb er dem Verwaltungsvorschlag nur mit der „Faust in der Tasche“ zustimme. Mit „Bauschmerzen“ votierte Max Braun (KULT) für den Vorschlag, da der KSC nicht für Überreste aus dem Weltkrieg verantwortlich gemacht werden könne.
Nach der Entscheidung des Gemeinderates werden nun die Vorabmaßnahmen zur Kampfmittelerkundung abgeschlossen. Der Beschluss zur Ausführung soll am 17. Juli gefasst werden, damit die Arbeiten im Oktober beginnen können. Die Vergabeentscheidung des Gemeinderats über den Vollumbau des Stadions ist für den 18. September vorgesehen. -fis-

 
 

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