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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. April 2018

Kommunale Behindertenbeauftragte: Blick auf Barrierefreiheit

REGE AUSSPRACHE: OB Mentrup begrüßte die Teilnehmer zur Sprechstunde von Ulrike Wernert (M.) in der Karlsburg. Foto: Fränkle

REGE AUSSPRACHE: OB Mentrup begrüßte die Teilnehmer zur Sprechstunde von Ulrike Wernert (M.) in der Karlsburg. Foto: Fränkle

 

Suche nach Lösungen für Sorgen / Sprechstunden vor Ort in den Stadtteilen

In Gesprächen berichten Betroffene oft von unüberwindbaren Hürden. Die kommunale Behindertenbeauftragte weiß ganz genau, wovon die Menschen reden. Ulrike Wernert sitzt selbst im Rollstuhl. Und um sich ein Bild von der jeweiligen Situation in Sachen Barrierefreiheit vor Ort zu machen, kommt sie zu Sprechstunden in die Stadtteile.

Bei der jüngsten Sprechstunde in Durlach hatte sie einen prominenten Begleiter. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup freute sich vor den Besucherinnen und Besuchern in der Karlsburg, „dass die Sprechstunden so gut angenommen werden“. Der OB war „gespannt auf die Anliegen und Anregungen“ und wünschte sich, dass diese „auf fruchtbaren Boden fallen“. Wie Ortsvorsteherin Alexandra Ries, die betonte, dass auch dem Durlacher Ortschaftsrat „Barrierefreiheit ein wichtiges Anliegen ist“. Und Einiges getan werde. So würden etwa die Bushaltestellen „Schritt für Schritt“ barrierefrei ausgestaltet, und für den behindertengerechten Ausbau der Toiletten im Rathaus Durlach seien Mittel zur Verfügung gestellt.

„Barrierefreiheit geht weit über die baulichen Hindernisse hinaus“, betonte Ulrike Wernert und sprach von „ Barrieren in den Köpfen“. Vor allem die gelte es abzubauen, wollte sie von den Teilnehmern mit Handicap wissen, welche Erfahrungen sie in Durlach in Sachen Hindernisse und dem Umgang damit machten. Rückmeldungen dazu gab es reichlich. Die Besucher nannten jede Menge positive wie negative Beispiele. Über manche davon entspann sich eine rege Diskussion. Durlach sei „eine überschaubare Stadt mit kurzen Wegen, alles gut erreichbar“, lobte ein Besucher im Rollstuhl. Neben dem Gesamtbild kamen auch das Rathaus, Weiherhof- und Turmbergbad Schlossgarten, Turmbergterrasse und das barrierefreie Band auf der Pfinztalstraße, aber auch das sonderpädagogische Angebot für Kinder mit Handicap auf die Durlacher Positiv-Liste.

Gespalten war das Publikum beim Bahnhof Durlach. Die einen meinten, er sei gut zu erreichen, andere Diskussionsteilnehmer bezeichneten den Zugang als „äußerst schwierig“. Auf der Negativ-Liste standen rücksichtsloses Gehwegparken, die Situation in Straßenbahnen mit Fahrrädern als Platzfressern, das Pflaster der Altstadt oder der Mangel an geeigneten Sitzgelegenheiten. Und die Turmbergbahn. Aber die wird ohnehin umgebaut. Der OB favorisiert die Variante mit der Verlängerung bis zur B 3. Mentrup: „Dann ist auch der barrierefreie Zugang möglich.“ Beim Problemfall Untermühlsiedlung solle es von dort aus nach Informationen des KVV „bald einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof Durlach geben“, sagte Wernert.

Weisungsunabhängig

Ulrike Wernert hat seit Oktober 2016 die damals bei der Stadt neu geschaffene Stelle der kommunalen Behindertenbeauftragten inne. Ihre Aufgabe ist es, die Belange von Menschen mit Handicap zu verdeutlichen und Verständnis für ihre Bedürfnisse zu schaffen. Sie handelt unabhängig und weisungsungebunden. Kontakt: Telefonnummer 133-5900, E-Mail: behindertenbeauftragung@karlsruhe.de. -trö-

 
 

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