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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. April 2018

Planungsausschuss: Historie bewahren

ZU EINEM STATTLICHEN Schloss baute Markgraf Karl II. von Baden-Durlach im 16. Jahrhundert das Grötzinger Schloss Augustenburg aus. Heute befindet sich darin eine Seniorenresidenz. Foto: Fränkle

ZU EINEM STATTLICHEN Schloss baute Markgraf Karl II. von Baden-Durlach im 16. Jahrhundert das Grötzinger Schloss Augustenburg aus. Heute befindet sich darin eine Seniorenresidenz. Foto: Fränkle

 

Umbau von Schloss Augustenburg soll noch 2018 starten

Das Grötzinger Schloss Augustenburg stammt aus dem 10. Jahrhundert und steht als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung teilweise unter Denkmalschutz. Während sich anfangs Wohn- und Pfründehaus darin befand, wurde es von Markgraf Karl II. von Baden-Durlach im 16. Jahrhundert zu einem stattlichen Schloss ausgebaut.

Heute befindet sich darin eine Seniorenresidenz, die derzeit allerdings geplanten Abriss-, Um- und Neubauarbeiten weichen musste. Denn 2017 hatte die ORPEA Deutschland Immobilien Services GmbH das Gebäude erworben und reißt nun die Bausubstanz aus den 1970er Jahren für einen Neubau ab. Ebenso wird der – teilweise ebenfalls in 1970ern sanierte – historische Bestand verändert. Probleme für den weiteren wirtschaftlichen Betrieb hatten auch fehlende Barrierefreiheit und Brandschutzmängel verursacht.

Im Planungsausschuss stellte das Stadtplanungsamt am 18. April die Preisträger eines Realisierungswettbewerbs vor. Dessen Teilnehmer mussten ein Seniorenzentrum mit stationären Wohngruppen unterschiedlicher Angebotsformen mit insgesamt 100 Plätzen, 30 Service-Wohnappartements und einer Tagespflegeeinrichtung mit 15 Plätzen planen – unter Einbeziehung des Denkmalschutzes. Wie der Investor betonte, sind Abriss und Rohbau noch in diesem Jahr anvisiert. Baubürgermeister Michael Obert bezeichnete dies jedoch als „ziemlich sportlich“. Während einige Stadträte von kritischen Stimmen aus Grötzingen berichteten, die das alte Schloss etwa wiedererkannt wissen wollen, verwies Obert auf die äußerst positive Stellungnahme des Landesdenkmalamtes zu den Siegerentwürfen.

Stadtbild Beiertheim

Um Denkmalschutz und den Erhalt eines historisch gewachsenen Stadtbildes drehte sich auch ein weiterer öffentlicher Tagesordnungspunkt des Ausschusses: Ein Antrag der GRÜNE-Fraktion, der bereits im November 2017 behandelt und in das Gremium verwiesen wurde, forderte die Stadtverwaltung zu mehr Unterstützung der Bürgervereine Beiertheim und Bulach auf. Diese engagieren sich dafür, das städtebauliche Gesicht der Stadtteile zu erhalten. Der Verwaltung seien jedoch die Hände gebunden, so lange Neubauten nicht gegen Baugesetze verstießen oder Häuser nicht unter Denkmalschutz stünden, erklärte dazu Baubürgermeister Michael Obert. -bea-

 
 

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