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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. April 2018

Sinti und Roma: Vertrauen ist die Basis

Erfolgreiche Bildungsbegleitung für Sinti und Roma

Seit 1985 finanziert die Stadt Karlsruhe das Projekt „Bildungsbegleitung für Schülerinnen und Schüler aus Sinti- und Romafamilien“, das vom Internationalen Bund (IB) zunächst als reine Hausaufgabenbetreuung ins Leben gerufen wurde. Die Förderarbeit ist inzwischen viel komplexer geworden und umfasst Sprachförderung, Alphabetisierung, Prüfungsvorbereitung sowie Elternarbeit.

Gefördert werden derzeit 33 Kinder und Jugendliche aller Klassenstufen, wenn möglich mit Einzelbetreuung ansonsten in Kleingruppen. „Wir können viele positive Bildungsbiografien vorweisen“, berichtete Projektleiter Stephan Fleischer bei einem Infotermin in der Leopoldschule, bei dem neben Lehrkräften auch Mitglieder des Gemeinderats, des Migrationsbeirats sowie die Integrationsbeauftragte Meri Uhlig anwesend waren.

Wichtig dabei sei es, so Fleischer, bei der ganzen Familie eine Änderung in der Haltung gegenüber der Institution Schule zu erreichen. So könne man Fehlzeiten verringern, Integration fördern und den Kindern bessere Chancen bieten. Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass der Aufbau von Vertrauen im Zentrum der Bemühungen stehen muss. Die Geschichte der Sinti und Roma sei ein wichtiger Grund für eine grundlegende Skepsis vieler Familien gegenüber öffentlichen Einrichtungen, erklärte Fleischer weiter.

Die anwesenden Lehrkräfte berichteten zudem von der großen elterlichen Sorge um das Wohlbefinden der Kinder, die sie in der Schule häufig nicht sicher genug aufgehoben sähen. Um diesen Ansichten entgegen zu wirken, baue man auch auf eine häusliche Förderung, bei der die Betreuer zu wichtigen und verlässlichen Ansprechpartnern werden. Das Projekt funktioniere sehr gut, so der Konsens der Beteiligten. „Wir haben große Nachfrage aus Familien und Schulen“, erklärte auch Fleischer. „Der Bedarf übersteigt unsere Mittel jedoch bei weitem“. -gem-

 
 

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