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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. April 2018

Wildparkstadion: Wälle müssen weichen

ZEIGTEN PLAN UND VERANTWORTUNG (v. l.): Wellenreuther für den KSC, OB und Frank Nenninger (Eigenbetrieb Stadion) für die Stadt. Foto: Fränkle

ZEIGTEN PLAN UND VERANTWORTUNG (v. l.): Wellenreuther für den KSC, OB und Frank Nenninger (Eigenbetrieb Stadion) für die Stadt. Foto: Fränkle

 

Bau des neuen Stadions auf kampfmittelfreiem Areal

Der neue Fahrplan steht, Stadt und Verein behalten das neue Wildparkstadion fest im Blick. Als erstes müssen nun doch die Wälle, auf denen Kurven und Gegentribüne basieren, weichen. Vor dem eigentlichen Neubau, bei Spielbetrieb. So können größere zeitliche und finanzielle Risiken minimiert werden, soll der Totalunternehmer ein kampfmittelfreies Gelände erhalten. Um voraussichtlich November 2019 mit dem Vollumbau beginnen zu können, der sich dann leichter gestaltet und Ende 2021 fertig sein soll.

Das erklärten Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und KSC-Präsident Ingo Wellenreuther vorigen Freitag vor Medien als unabdingbare Vorgehensweise für das gemeinsame Ziel. Seit Dienstag näher gerückt, da der Gemeinderat mehrheitlich dem neuen Finanzrahmen zustimmte (Debatte auf S.3). Kosten, die den Baugrund betreffen, wie zur Kampfmittelerkundung, hat der Bauherr (die Stadt) zu verantworten. Um neun städtische Millionen steigt das Gesamtvolumen dafür auf knapp 123 Millionen Euro. Weitere drei Millionen fallen für Behelfstribünen an. Die trägt indirekt der KSC: durch Abstriche beim Bauvorhaben. Neben vielschichtigem Raumverzicht rund um das Stadion schlägt sich das etwa in dessen finaler Kapazität mit 34000 statt 35000 Plätzen nieder. Sind in der Nord-, dann auf der Südkurve und schließlich auf der Gegentribüne die Wälle abgetragen, passen zwischenzeitlich nur noch 15400 Menschen hinein.

Das Parkhaus, das dem KSC immer Kernanliegen war, will er nun zum Erhalt des Vergabekorridors selbst (fremd)finanzieren. So sinkt das Stadionbudget von 85,3 auf 82,3 Millionen. Dazu kommen 28,65 Millionen für Infrastrukturkosten und die Vorabmaßnahmen. Erstere stehen unabhängig von der Stadionfrage als sicherheitsrelevant an, betonte Mentrup: etwa zum Trennen der Fanströme. Bei Erst- oder Zweitligisten der Region oder in einem Behelfsstadion andernorts zu spielen, die Haupttribüne zu erhalten oder sie auf die Gegentribüne zu verlagern: Eingehend geprüft, ist keine dieser Optionen (sinnvoll) realisierbar. Zu den Wällen besagten Gutachten bei Projektbeginn, sie könnten bleiben.

Das war in Bietergesprächen nicht zu halten. Potenzielle Totalunternehmer signalisierten aber, der nun vorgelegte Plan ermögliche eine Einigung im Vergabekorridor. Im Sommer soll sie stehen, sodass der Gemeinderat dem Großauftrag im September grünes Licht geben könnte: Für den Bau eines leistungsfähigen, die Zukunft sichernden Stadions. Schon im Juli soll das Gremium über ein konkretes Angebot für die Vorabmaßnahmen befinden, die im Oktober beginnen könnten. Bohrungen zeigen: 80 Prozent des Schutts sind für neue Wälle wiederverwendbar. „Wir haben die Chance, im Rahmen zu bleiben“, sagte Mentrup, warnte vor weiterem Zeitverlust – wie Wellenreuther. Auch ohne Neubau fielen rund 45 Millionen Euro zur Sanierung an, plus Infrastruktur, erklärte der: „Das wäre rausgeschmissenes Geld.“ -mab-

 
 

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