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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Mai 2018

Botanischer Garten: Lustwandeln wie vor 150 Jahren

IM PALMENHAUS  des Botanischen Gartens soll im neuen Becken, das jetzt einen früheren halbrunden Anbau ersetzt, künftig auch die prachtvolle Seerose „Victoria Regia“ gedeihen. Foto: Fränkle

IM PALMENHAUS des Botanischen Gartens soll im neuen Becken, das jetzt einen früheren halbrunden Anbau ersetzt, künftig auch die prachtvolle Seerose „Victoria Regia“ gedeihen. Foto: Fränkle

DER ROSABLÜHENDE Blattkaktus zieht Fans, zu denen auch OB Mentrup gehört, im Kalthaus in seinen Bann. Foto: Fränkle

DER ROSABLÜHENDE Blattkaktus zieht Fans, zu denen auch OB Mentrup gehört, im Kalthaus in seinen Bann. Foto: Fränkle

 

Die Schaugewächshäuser im Botanischen Garten sind nach Sanierung wieder geöffnet

Ob mit wiederentdecktem grottenartigen Wandbrunnen, Zuckerpalme oder Kakaobaum: „Die drei historischen Schaugewächshäuser Kalthaus, Palmenhaus und Warmhaus sehen architektonisch und in der Pflanzenpräsentation fast wieder so aus wie im 19. Jahrhundert. Der Botanische Garten als Gesamtensemble mit Orangerie und Staatlicher Kunsthalle ist nun wieder erlebbar“, eröffnete Finanzstaatssekretärin Dr. Gisela Splett den Gästen bei der Übergabe des sanierten Ensembles an die staatlichen Schlösser und Gärten.

Deren Chef, Michael Hörrmann, wertete es als „Rarität, als spannendes Stück Glashauskultur“, wie es sie nur noch in Hannover und Wien gebe. Und OB Dr. Frank Mentrup freute sich darüber, diesen „wichtigen Identifikationsort in wunderbarer Verfassung wieder in Beschlag nehmen zu können“. Ihr Grün sei den Karlsruhern wichtig, was sich immer dann zeige, so Mentrup, „wenn man ihm ans Leder wolle“.
Errichtet als Holzkonstruktion 1853 bis 1857 von Heinrich Hübsch, erhielten die Häuser bereits von 1863 bis 1871 ihr flusseisernes Skelett. Im Zweiten Weltkrieg fast zerstört, behelfsmäßig repariert und zur Bundesgartenschau 1967 umgebaut, zeigen sie sich nun auf der Grundlage originaler Pläne und eines Gartenführers aus dem Jahr 1888. Am auffälligsten ist der gebogene Lichtfang, über den die Sonnenstrahlen tief ins Innere finden.

„Das Pflanzen hat richtig Detektivarbeit erfordert“, so Gartenleiter Thomas Huber, denn was man damals an Exotischem auch zu Lehrzwecken setzte, sei heute nicht mehr üblich. Im zwölf Meter hohen Kalthaus, in dem die Zitruspflanzen überwintern, gibt es im Sommer mit der Kunstakademie Skulpturenausstellungen und gedeihen höhengestaffelt Kamelien und Sukkulenten. Das 30 Meter hohe Palmenhaus wartet im neuen Becken mit Seerosen und einem Zimtbaum aus der Wilhelma auf, diversen Palmen oder einem Doppelpalmfarn, der den Krieg überlebte. Im Warmhaus gedeiht Exotisches wie Kaffeestrauch, Mango, Piment, Kardamon, Bromelien, Orchideen oder der Sumpf-Rasierpinselbaum, den Carl von Linné nach der Markgräfin „Carolinea Louisa“ taufte. Die Pflanzennamen stehen auf Porzellanschildchen nach dem Muster der im Kriegsschutt gefundenen. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 16.45, am Wochenende und an Feiertagen bis 17.45 Uhr. -cal-

 
 

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