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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Mai 2018

Girls’ Day: Im Notfall rauf auf die Drehleiter

GIRLS‘ DAY-TEILNEHMERIN Lucy (links) im Übungseinsatz: Unter Anleitung gilt es, ein brennendes Auto zu löschen. Foto: Fränkle

GIRLS‘ DAY-TEILNEHMERIN Lucy (links) im Übungseinsatz: Unter Anleitung gilt es, ein brennendes Auto zu löschen. Foto: Fränkle

 

Brandgefährlich: Mädchen erleben bei Girls’ Day das Berufsleben einer Feuerwehrfrau

Höhenrettung auf der Drehleiter, brennende Autos und Atemmasken in einem dunklen Raum – das kann gefährlich sein. Nämlich dann, wenn es beim Einsatz von Feuerwehrleuten um Leben und Tod geht. Neben 15 weiteren Teilnehmerinnen durften auch Vanessa (16), Julia (14) und Lucy (16) beim bundesweiten Girls‘ Day und Boys‘ Day in die Arbeit der Karlsruher Branddirektion reinschnuppern - „spannend“, wie sie berichteten.

Vanessa und Julia sind selbst seit einigen Jahren bei der Jugendfeuerwehr aktiv – ihr Team hat tatsächlich mehr Mädchen als Jungen – und würden am liebsten auch beruflich mit Brandlöschung und Lebensrettung zu tun haben. „Ich war sogar schon letztes Jahr hier beim Girls‘ Day“, erzählte Julia. Sie findet den Mädchenzukunftstag sinnvoll. Schülerinnen von der fünften bis zur zehnten Klasse lernen dabei Berufe kennen, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt. Dieser niedrigschwellige Kontakt zu Unternehmen sowie der Austausch mit Frauen, die bereits in diesen Berufen arbeiten, soll die Schärfung individueller Interessen gegenüber einer tradierten Berufswahl fördern. Parallel dazu, aber mit der gleichen Zielsetzung, findet seit einigen Jahren der Boys‘ Day statt.

Für beide Aktionen hatte die Stadtverwaltung Karlsruhe 70 Plätze zur Verfügung gestellt. Neben der Branddirektion luden Forstamt, Liegenschaftsamt sowie Gartenbauamt Schülerinnen ein, die Arbeit der Feuerwehrfrau, der Forstwirtin, der Vermessungstechnikerin und der Gärtnerin kennenzulernen. Im Amt für Abfallwirtschaft wartete das Arbeitsleben der Kfz-Mechatronikerin, während die Sozial- und Jugendbehörde für Jungs Plätze in Kitas bereithielt. Stadtwerke und Verkehrsbetriebe sowie das Klinikum beteiligten sich ebenfalls. Begleitet wurden Mädchen und Jungs von städtischen Auszubildenden.

„Der Girls‘ Day soll kein Rollentausch sein, sondern eine bewusste Erweiterung des Berufsspektrums“, betonte Jutta Thimm, die als stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt beim Aktionstag dabei war. Recht gibt ihr die Statistik: Die Evaluation des Girls‘ Day etwa belegt eine positive Entwicklung. 33 Prozent der kooperierenden Unternehmen erhalten Bewerbungen von Teilnehmerinnen, zwei Drittel dieser Bewerberinnen werden eingestellt. Zudem lernen 62 Prozent der Mädchen Berufe kennen, die sie interessieren. Infos über Ausbildungsberufe bei der Stadt gibt es online unter www.karlsruhe.de/ausbildung.  -bea-

 
 

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