Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Mai 2018

Kultur: Was passierte und wie es wirkte

DIE  ERÖFFNUNG der Ausstellung, hier mit BM Käuflein, Historiker Jürgen Schuhladen-Krämer und Kuratorin Dr. Alexandra Kaiser (v. l.)  stieß  bei Karlsruhern aller Generationen auf große Resonanz. Foto: Fränkle

DIE ERÖFFNUNG der Ausstellung, hier mit BM Käuflein, Historiker Jürgen Schuhladen-Krämer und Kuratorin Dr. Alexandra Kaiser (v. l.) stieß bei Karlsruhern aller Generationen auf große Resonanz. Foto: Fränkle

 

Im Stadtmuseum Schau zur 68er-Bewegung und ihren Folgen in der Fächerstadt

Stilgerecht als großes Sit-In stieß die Eröffnung der bis 14. Oktober laufenden Schau „Bewegt Euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe“ auf breites Interesse – bei Jungen und den damaligen, nun ergrauten Aktiven.

In den proppevollen Ausstellungsräumen des Prinz-Max-Palais hoffte Bürgermeister Dr. Albert Käuflein, der damals achtjährig, sich an das Verschwinden von Lehrern an seiner Schule aufgrund des Radikalenerlasses erinnerte, auf rege Diskussionen von Menschen aller politischen Couleur. Kuratorin Dr. Alexandra Kaiser wies auf das offene Ende der von Studierenden der Hochschule für Gestaltung als Plakatwand mit Drucken und Flugblättern konzipierten Schau bis zu heutigen sozialen Bewegungen hin. Nach wie vor gefragt und ebenso im Fokus des opulenten, auch filmischen Begleitprogramms seien zivilgesellschaftliches Engagement, widerständiges Verhalten und kritisches Hinterfragen politischer Entscheidungsprozesse, wenn es darum gehe, ob schrankenloses Wirtschaftswachstum alleinige Richtschnur für politisches Handeln sein könne.

Zu den von Überblickstexten begleiteten Themen zählen neben dem „kurzen“ Jahr 1967/68 die damaligen Aktionen sowie die Auflösung der APO/K-Gruppen, praktische Solidarität wie die Rote-Punkt-Aktion für einen kostenlosen Nahverkehr, der Mieterstreik Oberreut oder der Einsatz von Sozpädal für Frauen und Mädchen. Ebenso Berufsverbote, der Deutsche Herbst 1977 oder Verfahren gegen junge Antifas seit 2015 sowie Frauenkampf und -bewegung.

In Wechselpräsentationen vertieft werden ab 26. Mai „Freiräume“. Das waren etwa der Rote Turm, Steffi und Ex-Steffi, oder die heute noch existenten Wagenburg, auch dokumentiert über ihren Briefkasten in der Haid-und Neu-Straße. Ab 7. Juli folgt noch mehr zur Friedensbewegung, ab 11. August zur Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung und ab 15. September zur internationalen Solidarität. Zudem laufen 23 Videoprojekten mit Interviews von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, etwa der in der Frauenbewegung aktiven Clarissa Simon oder der Pazifistin Sonnhild Thiel. Einige von ihnen wie Lüppo Cramer oder Harry Block führen donnerstags um 17 Uhr. In einer Lese- und Vertiefungsebene findet sich auch die Ausgabe Nr. 6 vom April 1978 der „Karlsruher Stattzeitung“ des Redaktionskollektivs Werkstatt 68, aus der Jazz-Club, Kinemathek und Tollhaus hervorgingen. -cal-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe