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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Mai 2018

Tagung Tiefbauämter: Schwierige Angebotslage

Volle Auftragsbücher treiben Preise

Die weitere Ertüchtigung kommunaler Kläranlagen sowie Investitionen in eine städtische Infrastruktur: Komplex sind die Anforderungen, mit denen städtische Tiefbauer und Fachleute der Stadtentwässerung aktuell konfrontiert sind. Und zunehmend haben Kommunen das Problem, geeignetes eigenes Fachpersonal zu gewinnen sowie angesichts voller Auftragsbücher ausführende Unternehmen zu finden.

Welche Strategien sie hier verfolgten, war Thema der von der Stadt ausgerichteten zweitägigen Koordinierungsbesprechung der Leiter der Tiefbauämter und Stadtentwässerungen. „Gerade in Zeiten, in denen Kommunen bei der Personalgewinnung und bei der Auftragsvergabe nicht aus dem Vollen schöpfen können, bietet dieser regelmäßige Fachaustausch zielgerichtete Anstöße aus der Praxis“, betonte Bürgermeister Michael Obert bei der Begrüßung.
„Die Anzahl der Bieter in Wettbewerben nimmt aufgrund der guten Wirtschaftslage deutlich ab, die Angebotspreise schnellen nach oben“, brachte Martin Kissel, Leiter des städtischen Tiefbauamts, die Situation auf den Punkt. In allen Großstädten herrschen derzeit schwierige Wettbewerbssituationen. Die Teilnehmer bestätigen einhellig, dass sich die Unternehmen derzeit nur an attraktiven, großflächigen Projekten beteiligen. Bei kleinräumigen, schwierigen Maßnahmen mit mehreren Baugewerken werden bisweilen überhaupt keine Angebote mehr abgegeben. Zusätzlich erschwerend kommen große Bau- und Fördermaßnahmen von Bund und Land hinzu, die mit kommunalen Maßnahmen im Wettbewerb konkurrieren. Insgesamt ist der Tiefbaumarkt gesättigt und es gibt kaum mehr freie Kapazitäten. Die Beratungen haben ergeben, dass es derzeit angezeigt ist, Maßnahmen, die technisch dringend erforderlich sind, weiterhin auszuschreiben, aber durchaus unwirtschaftliche Ausschreibungs- und Wettbewerbsergebnisse abzulehnen.

Dies führt zwangsläufig dazu, dass nicht mehr alle vorgesehenen Maßnahmen realisiert werden können. Strategische Ansätze im IQ-Leitprojekt Mobilität (IQ: innovative und quervernetzte Arbeitsweise für wichtige städtische Zukunftsthemen) sowie ein Blick in die Alltagspraxis bestimmten die weiteren Karlsruher Vortragsthemen. Das große Themenspektrum der Tagung habe deutlich aufzeigt, wie vielfältig die Herausforderungen im kommunalen Tiefbau sind, war sich Kissel mit seinen Fachkollegen einig. Dabei sei Karlsruhe bei vielen Entwicklungen erfreulicherweise ganz vorne dabei. –rie-

 
 

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