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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Mai 2018

Europa: Kommunikation als Schlüssel

Pro-europäische Geister: EU-Kommissar Oettinger im Gespräch mit ESK-Jugendlichen voller Fragen und Hoffnungen. Foto: Fränkle

Pro-europäische Geister: EU-Kommissar Oettinger im Gespräch mit ESK-Jugendlichen voller Fragen und Hoffnungen. Foto: Fränkle

 

Hoher EU-Besuch an der Europäischen Schule, Kommissar Oettinger sprach über Perspektiven.

Der EU-Kommissar und frühere baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger sprach vorige Woche an der Europäischen Schule Karlsruhe (ESK) über Europas Zukunft. Mit erwartbar wie er pro-europäisch eingestellten Schülerinnen und Schülern verschiedener Herkunft und Sprachsektionen. Sie forderten Perspektiven ein über gut vorbereitete, selbst moderierte Fragen an den Besuch aus Brüssel. Im Fokus: Migration und Brexit.

"Wir müssen Stabilität exportieren oder werden Instabilität importieren", ordnete Oettinger die geostrategische Ausrichtung ein. "Grenzschutz heißt ja nicht Wagenburg", aber die Ankommenden zu registrieren und Fluchtgründe zu erfahren, sei unumgänglich. Zum britischen Austritt hoffe er, dass die Hardliner sich nicht durchsetzen. "Boris Johnson hat den gleichen Friseur wie Donald Trump", sorgte der Politiker vielsagend für Lacher. "Bin mir sicher, irgendwann kommen die wieder", konstatierte er Richtung London. Und: "Ich träume von einer europäischen Armee. Mein Opa hat noch in der württembergischen Armee gedient", zeigte Oettinger auf, was sich getan habe und tun könnte. Bei Bildung und Berufsstart komme es auf Kommunikation an, Fachwissen sei dank Online-Hilfen schnell angeeignet.

"Wir wissen, wie sehr Sie sich für Europa engagieren", begrüßte ihn Schuldirektor Daniel Gassner. Der Austausch sei so "wichtig, weil Europa für uns nicht nur eine Idee ist". Umso eindrucksvoller die Ouvertüre der europäisch blau und gelb gekleideten Bläserklasse mit Europas Hymne "Freude schöner Götterfunken". Oettinger wünschte seinerseits nicht zuletzt der ESK Planungssicherheit. Streichungs- oder Schließungsvorhaben dürften nicht zum Dauerbrenner werden. Bei den EU-Töpfen für Kultur, Bildung, Medien werde nicht gespart - im Gegenteil. Digitale Kompetenz bräuchten "nicht nur der IT-Spezialist bei SAP oder der Informatik-Dozent am KIT". Lebenslanges Lernen werde künftig wichtiger denn je. -mab-

 
 

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