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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Mai 2018

Gemeinderat: Allee-Höherlegung nochmals prüfen

Mit einem gesteuerten Rückhalteraum soll die ursprüngliche Auenlandschaft in Bellenkopf/ Rappenwört wieder möglichst original hergestellt werden. Foto: Fränkle

Mit einem gesteuerten Rückhalteraum soll die ursprüngliche Auenlandschaft in Bellenkopf/ Rappenwört wieder möglichst original hergestellt werden. Foto: Fränkle

 

Stellungnahme der Stadt zum Polder Bellenkopf/Rappenwört

Gemeinderat verlangte einige Änderungen wie niedrigere Spundwand mit Anschüttung.

Zum Bau des geplanten, gesteuerten Retentionsraums (Polders) Bellenkopf/Rappenwört billigte der Gemeinderat die Stellungnahme der Stadt mit 34 Ja-Stimmen bei zehn Enthaltungen, verlangte allerdings einige Änderungen.

So etwa die nochmalige Überprüfung der Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee, eine Reduktion der Höhe der die Häuser im Polder schützenden Spundwand sowie ihre Anschüttung oder die Prüfung des Rheinstetter Vorschlags (Treiber-Papier), die ökologischen Flutungen bei 2600 Kubikmetern abzubrechen, damit die Allee nicht überströmt wird und dann auch nicht erhöht werden müsste. Das alles soll Eingang in den nach einem Erörterungstermin noch auszuarbeitenden Vertrag der Stadt mit dem Land zu dem Vorhaben finden, über dessen Annahme der Gemeinderat dann entscheidet. Erreicht hat die Stadt etwa eine natur- und landschaftsverträglichere schmalere Bauweise und einen veränderten Verlauf von Damm XXV. Das Naturschutzzentrum bekommt einen zweiten Rettungsweg. Statt vier, gibt es nun drei auf andere Orte verschobenen Absenkbrunnen, der landschaftspflegerische Begleitplan ist neu. Die Verwaltung sprach sich jedoch für eine Ertüchtigung und Höherlegung der Allee aus, um eine sichere Straßenbahnverbindung sowie größere Durchlässe unter der Straße zur besseren Durchströmung des Polders zu ermöglichen.

Von den zahlreichen Anträgen der Fraktionen fanden der der CDU nach Prüfung der Höherlegung der Allee, einer größtmöglichen Reduktion der Spundwand samt Anschüttung sowie der Wunsch der SPD nach sicherer Straßenbahnverbindung und der Prüfung des Treiber-Vorschlags große Mehrheiten. Abgelehnt wurden der generelle Verzicht auf die Höherlegung (KULT), sowie der modifizierte, aber mit Durchströmung und Sicherung des Gleisbettes der Grünen sowie deren Ansinnen, den Parkplatz vor dem Bad nicht in die Einspundung einzubeziehen, im Wald auf den dammbegleitenden Entwässerungs­graben 3 zu verzichten und ökologische Flutungen vor dem Probestau durchzuführen.

In der Diskussion wollte Tilmann Pfannkuch (CDU) die Frage geklärt wissen, ob "Flutungen auch früher beendet werden können, um sich eine Höherlegung zu sparen" (Fachleute favorisieren einen Abfluss von 4500 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Maxau). Michael Zeh (SPD) versicherte ebenso, zum Integrierten Rheinprogramm zu stehen und nach größtmöglicher Umweltfreundlichkeit zu streben. Eine sichere Bahnverbindung gebe es aber nur mit der Höherlegung, die "nicht hübsche" Spundwand solle man möglichst wenig sehen. "Eingriffe weiter minimieren" wollte Renate Rastätter (GRÜNE), es sei bereits gelungen rund vier Hektar unangetastet zu lassen. Entwässerungsgräben brauche es nur bei den Kleingärten, Höherlegung und eingespundeter Parkplatz seien unnötig. Zur Intensität der Flutungen verlangte sie ein externes Gutachten. Erik Wohlfeil (KULT) wandte sich gegen teure "technische Maximallösungen" und strebte nach "Wiederherstellung der Auenlandschaft". Für nochmalige Prüfung der Höherlegung und Herstellen der notwendigen Sicherheit plädierten auch Tom Høyem (FDP) und Friedemann Kalmbach (GfK). Ein "bisschen kleinere Wege der Mitte und des Maßes" erbat Dr. Paul Schmidt (AfD) zugunsten der von hohen Strömungsgeschwindigkeiten und sehr viel größeren Wassermassen betroffenen Daxlander. Die wünschten vor Ort Infoveranstaltungen, ergänzte Lüppo Cramer (KULT). Jürgen Wenzel (FW) und Tom Høyem wiesen auf die Bedeutung "des internationalen Projekts" und die Verantwortung gegenüber den unterhalb der Fließrichtung liegenden Städten hin. OB Dr. Frank Mentrup ergänzte, dass das zuständige Regierungspräsidium Infoveranstaltungen zugesichert habe, ein gesteuerter Polder wieder mehr Auenwald bedeute, aber auch ein massiver ökologischer Eingriff sei, der das Umsiedeln von Tieren erfordere, Durchflutung und die Erreichbarkeit von Bad und Vereinen gesichert sein müssten. -cal-

 
 

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