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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Juni 2018

Kultur: Von Anpassung bis Selbständigkeit

Frauen in Baden

Frauen in Baden

 

Buch über Frauen aller Schichten in der rund 900-jährigen badischen Geschichte

„Frauen in Baden“, das neueste Buch Annette Borchardt-Wenzels bringt mehr als der Untertitel „biografischer Streifzug durch die Geschichte“ erwarten lässt. Es ist eine 900 Jahre abdeckende badische Geschichte mit Blick auf adlige Damen, Kirchenfrauen, Verbrecherinnen, Revolutionärinnen, Wissenschaftlerinnen, Wohltäterinnen, Politikerinnen, Stars und Stilikonen.

Meist  gegen männliche Dominanz, zeigt die Autorin sie im historischen Zusammenhang als  Protagonistinnen politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. So waren adlige Frauen im Mittelalter vor allem Objekte für Territorialerweiterungen per Heirat und konnten sich dem folgenden, oft lebensgefährlichen  Gebärzwang nur als Nonnen entziehen, attraktiv auch für Margareta von Baden,  Äbtissin in Kloster Lichtenthal. Den „Hübschlerinnen“, rund 700 Prostituierten beim Konstanzer Konzil 1414 bis 1418 setzte die Stadt mit der Imperia im See ein Denkmal. Während der Reformation erregte Olympia Morata als erste Dozentin an einer Universität (Heidelberg) Aufsehen.  Der Sprung zur „Außerordentlichen“ Professorin gelang aber erst 1929 der Physikerin Gerta von Ubisch. Für selbstbestimmtes Leben stehen Verfassungsrichterin Erna Scheffer wie Verlegerin Aenne Burda. Erschienen ist der Band mit 248 Seiten zu 24,95 Euro bei  Pustet. -cal-

 
 

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