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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Juni 2018

Ortsmitte Grötzingen: Brückenschlag über die Pfinz

REGE BETEILIGUNG: Stadtplaner Sippel (l., am Mikro) zeigte beim Quartiersrundgang Potenziale für das historische Malerdorf auf. Foto: Knopf

REGE BETEILIGUNG: Stadtplaner Sippel (l., am Mikro) zeigte beim Quartiersrundgang Potenziale für das historische Malerdorf auf. Foto: Knopf

 

Auftaktveranstaltung Sanierungsgebiet Ortsmitte Grötzingen / Ziel ist städtebauliches Erneuerungsprogramm und so das Schaffen attraktiver Räume

Wie hoch die Identifikation der Grötzinger mit ihrem Malerdorf ist, zeigte die Auftaktveranstaltung „Sanierungsgebiet Ortsmitte Grötzingen“. Mehrere dutzend Bürger nahmen an der Doppelveranstaltung mit Ortsspaziergang und anschließender Runde im Begegnungszentrum teil. Gemeinsam mit Moderator Thomas Sippel, Ortsvorsteherin Karen Eßrich, Stadtplanern und Experten vom Gartenbauamt ging es auf Tour.

Intention ist es, den Ortsteil in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm zu hieven und beim Land einen Antrag für Zuschüsse zu stellen. Speziell die Handlungsfelder Stärkung der Zentren, Gestaltung attraktiver Lebens- und Freiräume, Mischung aus Wohnen und Arbeiten, Qualität der Höfe und Nahversorgung stehen im Fokus. „Grötzingen ist ein intakter Stadtteil, aber wir sehen noch viele Potenziale. Wir sind zuversichtlich, dass Grötzingen in das Programm für 2019 oder 2020 kommt“, sagte Bürgermeister Michael Obert. Beim Spaziergang sah Stadtplaner Sippel viele Möglichkeiten, um den historisch gewachsenen Stadtteil zu optimieren und den Verkehr entsprechend einzubetten. Den Rathausplatz nannte er die „gute Seele des Ortes auf hohem Niveau“. Im Unterviertel machte Sippel als wichtigen Punkt verkehrliche Klarheit und Sicherheit aus.

Beim Laubplatz könne ein Freiraumkonzept greifen, damit der Platz stärker zum Treffpunkt wird. Stichwörter waren einander zugewandte Bänke, um den Austausch zu stärken, Beschattung an heißen Tagen oder Lärmminderung in Sachen Verkehr. Am Niddaplatz seien die Randsituation und der Verkehr zu bearbeiten. Um den Platzcharakter mehr hervorzuheben, müsse sich der Straßenraum zurückziehen. Generell sei von Bedeutung, ein funktionierendes Fußwegenetz auszubauen. Auch die Pfinz, die sich idyllisch durch Grötzingen schlängelt, müsse besser erlebbar werden. Innovativ war auch der angedachte Brückenschlag von der Begegnungsstätte über die Pfinz hin zum Bahnhof. „Der großzügige Platz am Floßgraben könnte sehr gut bespielt werden“, so Sippel. Basis sei immer, den historischen Stadtplan zu respektieren.

Über Zahlen, falls Grötzingen in das Programm kommt, sprach Jasmin Gustain (Stadtplanungsamt). Bei einer Befragung hatte rund die Hälfte der Eigentümer Interesse an einer Modernisierung bekundet. Bei einer Summe von 1,7 Millionen Euro an Zuschüssen kommen 60 Prozent vom Land, 40 Prozent von der Stadt. Privatleute können auf Zuschüsse für die Modernisieung beispielsweise der Heizsysteme, Fenster, Bäder und die Nutzung regenerativer Energien hoffen. -voko-

 
 

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