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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Juni 2018

Gemeinderat: Eckpfeiler für zehn Jahre gesetzt

VERJÜNGUNG, also die Sicherung der nächsten Waldgeneration vor allem mit Laubbäumen ist eines der großen Arbeitsfelder im Forst, um den Stadtwald zukunftsfähig zu halten. Foto: MMG

VERJÜNGUNG, also die Sicherung der nächsten Waldgeneration vor allem mit Laubbäumen ist eines der großen Arbeitsfelder im Forst, um den Stadtwald zukunftsfähig zu halten. Foto: MMG

 

Für vielfältigen, ökologischen und erholsamen Wald / Gemeinderat billigte Forstplanung einstimmig / Großes Lob für die Arbeit des Amtes

Der Forsteinrichtungserneuerung, also der Forstplanung für 2018 bis 2027 stimmte der Gemeinderat mit großem Lob für die kluge Arbeit des Forstamtes in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Ziel ist, die Nutz-, Schutz- und Erholungsaufgaben des 2250 Hektar großen Stadtwaldes, der laut Gesetz dem Allgemeinwohl dienen soll, aufeinander abzustimmen und nachhaltig zu sichern. Also Pflege, Verjüngung, Ökologie, Erholung und Wirtschaftlichkeit ohne Gewinnmaximierung bestmöglich auszutarieren. Dafür gab es eine eigens entwickelte Bürgerbeteiligung und wurden Umweltverbände wie das Umweltamt einbezogen. Im zu 88 Prozent von Laubbäumen geprägt Stadtwald wurden sieben Waldentwicklungstypen mit Ziel einer breiter Baumartenvielfalt bei Buntlaubbäumen ausgewiesen.

Ein Viertel ist Dauerwald. Aktuell liegt der Holzvorrat stabil bei 331 Vorratsfestmeter pro Hektar (Vfm) und wird auf 59 Prozent älteren Flächen naturverjüngt. Mit jährlich 6,2 Erntefestmetern (Efm) pro Hektar ist der Wald leistungsfähig, geplant sind künftig 7,2 Efm. Zwölf Prozent der Flächen sind Biotope, die Hälfte liegt in FFH-Gebieten, 20 Prozent in Vogelschutzgebieten, Waldrefugien neh¬men 45 Hektar ein, es gibt 56 Habitatbaumgruppen und viel Totholz mit 44 Vfm. Die Verjüngung, vor allem mit Pappeln, Eichen und Roterlen soll von 110 auf 169 Hektar steigen. Bis auf Pappeln wird aufgrund von Ökologie und Erholung zurückhaltend gefällt, starke Eichen gar nicht. Risiken wie Trockenheit bestehen auf sandigen und sandig-kiesigen Böden.

In der Diskussion begrüßte Renate Rastätter (GRÜNE) wie alle Redenden den „hervorragenden, nachhaltigen Plan samt Nachrangigkeit der Wirtschaftlichkeit und hoffte auf Vernunft bei einer am besten ausbleibenden Forststrukturreform. Sven Maier (CDU war „stolz auf den Wald“, Gisela Fischer (SPD) wies auf Baumarten mit „höherer Streßtoleranz“, Michael Haug (KULT) freute sich über doppelt so viele Waldbiotope wie im Landesdurchschnitt“. Thomas Hock verlangte „eine angemessene Personalausstattung“ und wollte trotz Eschensterben hier die „vorsorgliche Baumentnahme nicht vorantreiben“. Immer “vorausschauend mit Schädlingen umgehen“ fand Dr. Paul Schmidt richtig. Friedemann Kalmbach (Für Karlsruhe) verlangte, die Förster nicht durch „ständige, neue Auflagen zu strangulieren“. OB Mentrup wies auf Entwicklungschancen des Waldes durch den Polder hin, sprach Forstamtschef Ulrich Kienzler „großes Vertrauen“ aus und versprach bei einer Strukturreform „alle Bälle aufzunehmen wie zu informieren“. -cal-

 
 

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