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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Juni 2018

Kultur: „Schwarzwaldmädel“ war der „Clou“

ZEUGNISSE FACETTENREICHER VERGANGENHEIT: Auch die Filmplakate, die Christiane Torzewski und Dr. Albert Käuflein betrachten, dokumentieren  in „Durlach flimmert“ Kinogeschichte. Foto: Fränkle

ZEUGNISSE FACETTENREICHER VERGANGENHEIT: Auch die Filmplakate, die Christiane Torzewski und Dr. Albert Käuflein betrachten, dokumentieren in „Durlach flimmert“ Kinogeschichte. Foto: Fränkle

 

Pfinzgaumuseum zeigt mit „Durlach flimmert“ die Kinogeschichte von 1945 bis 1980

Als 1980 in der „Skala“ am Eingang der Pfinztalstraße der finale Vorhang fiel, Emil Müller damit das letzte seiner zuvor vier Kinos aufgab, war die 65-jährige Geschichte der Lichtspieltheater in Durlach zu Ende. In der Folge gab es zwar noch einige Initiativen, dem Kino weiter auf Dauer eine feste Bleibe zu geben, doch bis auf die jährlichen Kinotage in der Orgelfabrik ist in Durlach vom Flair der großen Leinwand nichts mehr zu spüren.

Für so Manchen eine schmerzhafte Lücke: „Kino ist Kulturgut, und viele Durlacher wünschen sich heute noch ein Kino im Stadtteil““, war für Bürgermeister Dr. Albert Käuflein der gewaltige Besucheransturm bei der Eröffnung der jüngsten Sonderausstellung im Pfinzgaumuseum der beste Beweis für die ungebrochene Aktualität des „kommunalpolitischen Dauerbrenners“.

Reichlich Nahrung und Einblicke dazu gibt die Präsentation unter dem Titel „Durlach flimmert“, die Käuflein am vergangenen Freitag eröffnete. Die von Christiane Torzewski konzipierte und zusammengestellte Schau geht kurz auf die ersten Jahrzehnte des Kinos in Durlach ein - mit Beginn 1914 im Gasthaus „Grüner Hof“ -, konzentriert sich aber im Wesentlichen auf die Geschichte von 1945 bis 1980. „Noch bevor in Karlsruhe das erste Kino wiedereröffnete, nahmen in Durlach im Juli 1945 die Kammerlichtspiele den Spielbetrieb wieder auf, erinnerte Kuratorin Torzewski bei der Eröffnung an den „bemerkenswerten Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg“, der gleichzeitig eine facettenreiche Entwicklung einläutete. Die ist in der in mehrere Themenschwerpunkte unterteilten Ausstellung in Texten, Fotos, Plänen, Plakaten und jeder Menge Bildmedien abzulesen.

Ins Licht gerückt werden zunächst mit den Kammerlichspielen (Kali), Markgrafentheater, Skala und dem bis 1976 bestehenden Roxy am Hengstplatz die Kinos selbst. Aber auch deren Macher und die Filme. Die erste Hochzeit erlebte auch in Durlach das Kino in den 50er Jahren mit Heimatfilmen. „Schwarzwaldmädel“ und „Trapp-Familie“ waren große Renner. Später folgten Hollywood-Produktionen wie „Der Clou“ als Gassenfeger. Doch da war schon fast alles wieder vorbei. In den 70er Jahren hatte auch Durlach das große Kinosterben eingeholt. Davon und von den Eindrücken von Zeitzeugen erzählten in der Ausstellung Videos des Filmregisseurs Philipp Hartmann.

„Durlach flimmert“ ist bis zum 16. Dezember jeweils mittwochs von 10 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Infos unter: www.karlsuhe.de/pfinzgaumuseum. -trö-

 
 

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