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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Juni 2018

Marktplatz: Barrierefreiheit hat Vorrang

Planungsausschuss möchte taktiles Leitsystem aus dunklen Steinen

Die Belange der Sehbehinderten haben Vorrang vor der Ästhetik. Eindeutig fiel die Entscheidung des Planungsausschusses vorige Woche zur Barrierefreiheit des künftigen Marktplatzbelags aus: Damit Sehbehinderte optimal auf ihrem Weg unterstützt werden, soll das gesamte taktile Leitsystem für Blinde in einem dunklen Stein ausgeführt werden. Durchgängig, nicht nur an Gefahrenstellen - etwa an Zugängen der unterirdischen Haltestellen - wird für Sehbehinderte das Blindenleitsystem kontrastreich ausgeführt.

Das sei zwar gestalterisch ein gewisser Stilbruch, es dürfe aber keine Kompromisse in Bezug auf die Barrierefreiheit geben, war man sich einig. Der unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert nichtöffentlich tagende Ausschuss folgte damit Wünschen des Beirats für Menschen mit Behinderungen und kommunaler Behindertenbeauftragter. Mit diesen wird die Verwaltung auch das Leitsystem für die Kaiserstraße besprechen.

Auch die Farbigkeit des Zierbandes sowie des übrigen Plattenbelags auf Marktplatz und in Kaiserstraße war Thema. So sollen für das Zierband nun alle, auch die auf der Musterfläche in der Kreuzstraße verwendeten dunkelgrauen Steine eingesetzt werden. Damit könne die gewünschte Lebendigkeit auch über die Jahre erhalten werden. Die Testfläche, die der Untersuchung der Funktionalität, Haltbarkeit und des Arbeitsaufwands dient, hat nach einem Jahr gezeigt, dass die Farbigkeit der Steine im Laufe der Zeit deutlich abnimmt.

Im Gegensatz zum Zierband soll der seitliche Plattenbelag in Form und Farbe homogener gestaltet werden, weshalb die Stadt hier auf einheitliche Oberfläche sowie eine Farbpalette ohne graue Platten setzt. Die optische Akzentuierung des Belags gehört zu den Gestaltungselementen, mit dem das Büro Mettler Landschaftsarchitekten den Wettbewerb zur Neugestaltung der Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße 2010 gewonnen hatte. -rie-

 
 

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