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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Juni 2018

Verwaltungsgericht: Justiz ist wie Motorradfahren

GRUPPENBILD: OB Mentrup mit Hans Strauß, Nachfolgerin Gudrun Schraft-Huber sowie Landesminister Guido Wolf (v. l.).  Foto: MMG

GRUPPENBILD: OB Mentrup mit Hans Strauß, Nachfolgerin Gudrun Schraft-Huber sowie Landesminister Guido Wolf (v. l.). Foto: MMG

 

Verwaltungsgericht verabschiedet Hans Strauß /Gudrun Schraft-Huber an der Spitze

„Sie haben sich um die Justiz des Landes sehr verdient gemacht“, würdigte der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf den langjährigen Präsidenten des Verwaltungsgerichts Karlsruhe, Hans Strauß. Elf Jahre stand Strauß jenem Haus vor, in dem seine richterliche Laufbahn 1979 begann. Ende des vergangenen Jahres verließ er das Verwaltungsgericht in Richtung Ruhestand – nun wurde er offiziell im Bürgersaal des Rathauses verabschiedet.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der die Gäste im Rathaus begrüßte, wünschte Strauß einen intensiven Ruhestand und „Zeit für all das, was in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist“. In Anspielung auf Strauß‘ Hobby verglich auch der Justizminister in seiner Rede das Motorradfahren mit dem Beruf des Juristen: „Abenteuer, Freiheit, Unabhängigkeit – das reizt einen leidenschaftlichen Motorradfahrer, und das lässt sich zwanglos auf die Justiz übertragen.“ Schließlich habe man weder etwas gegen Schnelligkeit, noch gegen Zielstrebigkeit und Erfolgsorientierung in Spitzenämtern, scherzte Wolf.

Während die ersten Jahre von Strauß‘ Präsidentschaft noch von Personalabbau und dem Prozess des digitalen Wandels bestimmt wurden, ließ die Welle von Asylanträgen die Verfahren am Verwaltungsgericht in den letzten Jahren explodieren. Die Personaldecke musste stark vergrößert werden. „Dies haben Sie mit Ruhe und Souveränität bewältigt“, lobte Wolf. Glücklicherweise habe man „genau die Richtige“ gefunden, um diese Aufgabe weiterhin zu meistern. Gudrun Schraft-Huber, die zuletzt fünf Jahre als Präsidentin am Verwaltungsgericht Stuttgart fungierte und in der Vergangenheit bereits am Verwaltungsgericht Karlsruhe tätig war, kehrt nun in die Fächerstadt zurück und folgt Strauß als Präsidentin.

„Noch 1979 gab es eine einzige Richterin im Haus, heute haben wir 29, zudem liegt der Frauenanteil mittlerweile bei 57 Prozent und nun steht eine Frau an der Spitze“, begeisterte sich Strauß in seiner Abschiedsrede. Auch Schraft-Huber sprach über den heute „größeren, jüngeren und weiblicheren“ Personalkörper des Gerichts. Das Potenzial junger Richterinnen sei unverzichtbar, Teilzeitarbeit mit Rücksicht auf die Familienplanung kein Problem mehr. -bea-

 
 

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