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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Juli 2018

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Barrierefreiheit vor Ästhetik

Dr. Raphael Fechler, SPD-Stadtrat

Dr. Raphael Fechler, SPD-Stadtrat

 

Mit den Baufortschritten der Kombilösung, das heißt mit dem Abbau der Bauzäune bekommen die Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe ihren Marktplatz zurück: Das Herz unserer Stadt schlägt wieder!

Der neue - alte Marktplatz behält weiterhin sein klassizistisches Antlitz und wird durch Wasserspiele ergänzt, womit ein ausdrücklicher Wunsch der Bürgerinnen und Bürger aus der Beteiligungskonferenz umgesetzt wird.

Mit dem Freiwerden des Marktplatzes beginnt ebenfalls die Oberflächenneugestaltung, auch wenn die endgültige Fertigstellung der Kaiserstraße noch mehrere Jahre brauchen wird. Für das künftige Erscheinungsbild des Marktplatzes und der Kaiserstraße ist der Bodenbelag ein entscheidender Faktor, schon aufgrund des nicht unerheblichen Flächenausmaßes. Menschen mit Behinderung eine Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen gehört zu den Pflichtaufgaben der Stadt Karlsruhe. In der Diskussion um den zukünftigen Belag hat sich auch der Planungsausschuss letztlich ganz klar die Linie von sehbehinderten und blinden Menschen zu Eigen gemacht.

Persönlich ist mir - nicht nur als Mitglied des Beirats für Menschen mit Behinderung - die Barrierefreiheit, ein funktionierendes Blindenleitsystem und die Zugänglichkeit öffentlicher Plätze äußerst wichtig. Die SPD-Fraktion hat in der Vergangenheit auf eine Anpassung des Schmuckbandes zur Gestaltung von Marktplatz und Kaiserstraße unter funktionalen und gestalterischen Gesichtspunkten gedrängt, genauso wie auf die hinreichende Kontrastierung für Blinde und Sehbehinderte.

Wichtig war auch die zukünftige Pflege und Wartung durch das Tiefbauamt sicherzustellen. Sofern diese verschiedenen Aspekte nicht miteinander vereinbar gewesen wären, hätte den Interessen der Menschen mit Behinderungen Vorrang gebührt. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! An dieser Stelle möchte ich dem Vorstand des Beirats für Menschen mit Behinderung und ebenso der kommunalen Behindertenbeauftragten meine Hochachtung für ihre ureigene Interessenwahrnehmung aussprechen. Dieses Engagement hat sich ausgezahlt.

Die Betroffenen können schließlich am besten beurteilen, welche Beschaffenheit der Straßenpflasterung ihren Bedürfnissen am nächsten kommt. Bei dem Siegerentwurf von Mettler, Landschaftsarchitekten aus Berlin, kann es sich daher nur um einen guten Leitfaden für die weitere Gestaltung von Marktplatz und Kaiserstraße handeln. Die konkrete Ausarbeitung, die Entwicklung des Gesamtpakets, kann meiner Ansicht nach nur im ständigen Austausch mit allen und unter Beachtung von Inklusionsgesichtspunkten stattfinden. Auf dass in Zukunft ein baustellenfreies Flanieren auch ein barrierefreies Flanieren wird!

Dr. Raphael Fechler
SPD-Stadtrat

 
 

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